Interview Achim Sam: Tee
Tee hat sein angestaubtes Image längst abgelegt und ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Und das auch völlig zurecht, schließlich dient das Aufgussgetränk als wahrer Immun-Booster. Derzeit besonders im Rampenlicht: Grüner Tee. Ernährungsexperte Achim Sam erklärt, wo das Heißgetränk seinen Ursprung hat, welche gesundheitlichen Vorteile es mit sich bringt und wie viele Tassen am Tag verträglich sind.
Ernährungsexperte Achim Sam erzählt über die Relevanz von Vitaminen für den menschlichen Körper.
Grüner Tee ist in aller Munde, aber wie gesund ist er wirklich?
Grundsätzlich ist grüner Tee schon gesund, er gilt beispielsweise auch als Abnehmhelfer. Zudem sollen die in den Blättern von Grüntee enthaltenen Antioxidantien dem Alterungsprozess entgegenwirken, das Risiko für Herzkreislauferkrankungen senken und das Immunsystem mit sekundären Pflanzenstoffen schützen. Außerdem wird dem Kultgetränk eine Präventivwirkung gegen Krebs zu geschrieben.
Dann lass uns doch beim Ursprung starten. Woher kommt eigentlich grüner Tee?
Einer Überlieferung nach kam der erste Tee in der Hayan-Zeit, das war 794 bis 1185, von China nach Japan. Über das Warum und das Wie der Beliebtheit von Grüntee gibt es zahlreiche Legenden. Beispielsweise soll der Wind dem Kaiser Shen-Nung eines Tages einige Blätter in das brodelnde Wasser geblasen haben. Das Wasser färbte sich daraufhin grün und nachdem Gefolgsleute ohne Ausfallerscheinungen den Tee probiert hatten, trank er selbst davon und war begeistert. Das gilt als die Geburtsstunde des grünen Tees.
Als das Getränk dann nach Japan kam, diente es eher der Medizin. Aufgrund des Koffeingehalts und der damit anregenden Wirkung wurde der Tee damals vor allem als Vitaltrunk gesehen. Später, in der Kamakura-Zeit um das Jahr 1200 haben dann die Samurai begonnen, den Grüntee zu trinken und somit entstanden auch die ersten Teehäuser.
Es handelt sich also um einen echten Zaubertrank aus Asien?
Da muss man vorsichtig sein, schließlich ranken sich zahlreiche Mythen um die positiven Auswirkungen von Grüntee. Zu seiner möglichen Antikrebswirkung beispielsweise wird viel geschrieben, da würde ich gerne ein wenig ausholen. Und zwar hat ein österreichisches Forscher:innen-Team die gesamte Studienlage diesbezüglich zusammengefasst und kommt zu folgender Aussage: Grüner Tee verringert die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu sterben höchstwahrscheinlich nicht. Dieser Theorie sollte man also mit Vorsicht begegnen. Aber man muss definitiv sagen, dass Grüntee gesundheitliche Vorteile mit sich bringt.
Welche gesundheitlichen Vorteile kann man hier explizit nennen?
Täglicher Teekonsum sorgt zum Beispiel für niedrigen Blutdruck und eine bessere Regulierung des Blutzuckerspiegels. Zudem gibt es eine Studie, die besagt, dass bereits 375 ml Tee pro Tag das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen um fast 30 Prozent reduziert. Und auch das Schlaganfall-Risiko ist um etwa 20 Prozent geringer.
Und was hebt den Grüntee von anderen Teesorten ab?
Das hat etwas mit der Anzahl der Catechine, die eine starke antioxidative Wirkung haben, zu tun. Genau diese Catechine haben nämlich einen großen gesundheitlichen Einfluss auf unseren Körper. Grüner Tee hat nämlich bis zu zehnmal mehr gesunde Catechine als zum Beispiel Schwarztee. Kleiner Zusatztipp: Mit einem Spritzer Zitrone versehen, können die Catechine bis zu fünfmal besser vom Körper aufgenommen werden.
Kurzum: Wie lautet dein persönliches Fazit zum Grüntee?
Der Studienlage zufolge nach wirkt Grüntee nicht unbedingt gegen Krebs, er hat allerdings einige gesundheitliche Vorteile, die den Konsum absolut rechtfertigen. Dennoch gilt hier nicht das Motto: mehr ist mehr. Als guter Ratschlag und gesundes Höchstmaß gelten drei bis fünf Tassen pro Tag.
Ernährungswissenschaftler Achim Sam
Achim Sam ist Diplom-Ernährungswissenschaftler, Bestsellerautor, TV-Ernährungs-Experte und Podcaster. Er ist fit in allen Themen rund um bewusste Ernährung, Lebensmittel, Food-Trends, Sport und kennt Gewichtsschwankungen nur allzu gut. Darüber hinaus war er selbst jahrelang als Leistungssportler aktiv. Als Radsportler ist er sogar für die Deutsche Nationalmannschaft gefahren. In den Team D Foodnews sprechen wir mit Achim exklusiv für Team D über verschiedene Ernährungsthemen - immer mit Sportbezug und ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
ISS SO - der Ernährungspodcast
Lust auf mehr Ernährungstipps und -tricks mit Achim? Dann bist du beim EDEKA Ernährungspodcast ISS SO genau richtig. Mit dabei ist Ernährungswissenschaftler Achim Sam. Sein Credo: Jeder so, wie es am besten passt und ohne Verbote, denn die bringen laut Achim gar nichts. Podcast-Partnerin Julia Rohrmoser hilft, die teilweise etwas schwierigeren Zusammenhänge in der Ernährungswissenschaft wirklich zu verstehen und stellt für dich deine Fragen an Achim. ISS SO der Ernährungspodcast mit Achim Sam ist wöchentlich für dich am Start und versorgt dich ausgewogen im alltäglichen Game of Foods.
Neugierig geworden? Den Podcast findest du auf Spotify, Deezer, Google Podcasts, Amazon Music und im iTunes Store.
Die Interview-Reihe mit unseren Ernährungsexpert:innen soll dir einen Überblick zu den verschiedenen Themen geben, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen und Detail-Informationen findest du u.a. auf edeka.de. Bei Fragen zu deiner Ernährung kannst du dich auch an die Ernährungsberater:innen an den Olympiastützpunkten wenden. Die Expert:innen helfen dir gerne weiter.