Menü
Verantwortung

Menschenrechte

Der EDEKA-Verbund ist sich seiner Verantwortung als Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen und als aktiver Teil der Gesellschaft bewusst. Wir bekennen uns zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, zu den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen, zu den Konventionen und Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und zu den Leitsätzen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Der EDEKA-Verbund bekennt sich zu branchenweiten Standards für einen nachhaltigen und fairen Anbau konventioneller Bananen.

Ebenso unterstützen wir den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte. Jeder, der an globalen Lieferketten beteiligt ist, trägt Verantwortung, auf die Einhaltung der Menschenrechte zu achten und negative Auswirkungen entlang der gesamten Lieferkette zu vermeiden. Dazu gehört unter anderem die Verhinderung von Diskriminierung und die Sicherung existenzsichernder Einkommen.

Die Einhaltung von Grundstandards wie der ILO Kernarbeitsnormen ist in unseren Vertragsbedingungen verankert. Weitere Zertifizierungssysteme sowie Standards wie GlobalG.A.P. und GRASP sowie spezifische Produktanforderungen kommen hinzu. Der EDEKA-Verbund engagiert sich darüber hinaus dafür, dass entlang der gesamten Lieferketten Strukturen gefördert werden, um menschenrechtliche Sorgfaltspflichten zu verankern und zu kontrollieren. Wir sind unter anderem Mitglied der JuiceCSRPlatform, des Bündnisses für Nachhaltige Textilien, der Amfori Business SocialCompliance Initiative (Amfori BSCI) und der SustainableAgriculture Initiative Platform (SAI Platform).

Darüber hinaus sind wir in eigenen Projekten auf vielfältige Weise aktiv, um Lösungen für mehr Nachhaltigkeit in unseren Lieferketten voranzutreiben. Mit unserem gemeinsamen WWF-EDEKA-Projekt zum Bananen-Anbau in Kolumbien und Ecuador haben wir branchenweit Standards für einen nachhaltigeren und sozialverträglicheren Anbau konventioneller Bananen gesetzt.

Risiken erkennen

Bevor Risiken für Menschen- und Arbeitsrechte (Social Compliance Risiken) reduziert werden können, müssen sie erst einmal erkannt und priorisiert werden. Es kann einen Unterschied zwischen statistischen Daten und eigenen Lieferantenbeziehungen geben. Daher ist es notwendig, Risiken auf faktengesicherter Basis zu erfassen. Dabei hilft EDEKA inzwischen ein elektronisches Tool:

  • Es ermöglicht eine quantitative Analyse der Social Compliance Risiken von EDEKA- Eigenmarken und erlaubt eine konsistente und vollständige Bewertung der Warengruppen inklusive Lieferketten.
  • Dabei werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, etwa die für das Produkt aufgewendeten Arbeitsstunden, mit deren Anzahl auch die Risiken steigen. Oder die Länderherkunft des Produkts, die Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit der Verletzung von Arbeitnehmerrechten und Sozialstandards zulässt.

Produkte mit besonderen Risiken

Warengruppen mit besonderem Social Compliance Risiko wurden inzwischen auf Basis des Tools identifiziert, berücksichtigt wurde dabei auch die Bedeutung für das EDEKA-Warengeschäft und die Herkunft:

  • Obst
  • Kaffee, Tee, Kakao
  • Schokolade
  • Obst- / Gemüse- / Sauerkonserven

Wesentliche Risiken sind Zwangs- und Kinderarbeit (zum Beispiel bei Pflanzen/Blumen und Trockenobst), Diskriminierung, Arbeitszeit und Entlohnung (zum Beispiel, wenn es um Kaffee, Kakao und Tee geht) und Arbeitssicherheit. Dabei gibt es besondere Länderrisiken: Länder, die hier besonders auffällig sind, wurden von Organisationen – wie Amfori BSCI – und Werkzeugen wie ELSA (einem eigens entwickelten Tool zur Einschätzung von Länderrisiken) – identifiziert.

Wie Risiken reduziert werden

Klare Ansage

Für EDEKA ist es ein wichtiges Anliegen, dass die von uns gehandelten Produkte unter ökologisch und auch sozial guten Bedingungen hergestellt werden. Die Einhaltung der Menschenrechte und geltender Gesetze durch die Lieferanten, etwa hinsichtlich Arbeitsbedingungen oder Entlohnung, ist grundlegende Voraussetzung, um EDEKA zu beliefern. Daher ist die Einhaltung von Grundstandards wie die ILO Kernarbeitsnormen in unseren Vertragsbedingungen verankert. Sie beziehen sich auf die Komplexe Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Disziplinarmaßnahmen, Arbeitszeiten, Vergütung, Arbeitsbedingungen / Gesundheit / Sicherheit sowie Managementsysteme zur Einhaltung der Standards.

Maßnahmen zur Absicherung

Um dies abzusichern, engagiert sich EDEKA dafür, dass entlang der gesamten Lieferketten für die jeweiligen Produkte Strukturen gefördert werden, um Sozialstandards einzuführen, deren Einhaltung umzusetzen und zu kontrollieren.

  • Daher bringen wir uns aktiv in verschiedenen Initiativen ein, die die Verbesserungen der Arbeitssituation und die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten und gesetzlichen Vorgaben zum Ziel haben.
  • Eine weitere Absicherung erfolgt über anerkannte Zertifizierungssysteme und Standards sowie Produktanforderungen. Diese Nachhaltigkeitsstandards sind aufgrund der Zahl an Produkten, der weltweiten Ursprungsländer und der Länge der Wertschöpfungsketten ebenfalls eine Maßnahme zur Verbesserung.
  • Unabhängig von einzelnen Zertifizierungen, arbeitet EDEKA an der stetigen Verbesserung der nachhaltigen Erzeugung auch unter Berücksichtigung von Sozialstandards. Dies macht auch die Arbeit in eigenen Projekten deutlich. Etwa beim Bananenprojekt zusammen mit WWF: Hier haben EDEKA und WWF 2014 den Standard für nachhaltiger und sozialverträglicher produzierte Bananen gesetzt: Der ganzheitliche Ansatz berücksichtigt soziale Kriterien und ökologische Standards beim konventionellen Anbau.
  • Kontrolle: Die Einhaltung dieser Forderungen wird im Rahmen der geltenden Zertifizierungssysteme, teils auch unangekündigt, sowie bei stichprobenartigen Besuchen durch EDEKA-Mitarbeiter oder externe Dienstleister kontrolliert. Bei Verstößen sehen die Auditierungen üblicherweise die Erstellung von Maßnahmenplänen, deren Umsetzung und die erneute Kontrolle vor. Bei fortgesetzter Nichteinhaltung muss der Lieferant mit Verlust der Zertifizierung bis hin zu einer Sperrung rechnen.

Gemeinsame Absicherung: Engagement in Initiativen

EDEKA bringt sich aktiv in verschiedenen Initiativen ein, die die Verbesserung der Arbeitssituation und die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten sowie gesetzlichen Vorgaben zum Ziel haben. Dazu gehört die Arbeit in Gremien, die Arbeit in Projekten der jeweiligen Initiativen und auch gezielte Unterstützung, um die Zielsetzungen der Initiativen zu vertreten und voranzutreiben. So hat EDEKA den „International Buyers’ Open Letter on Preserving Thailand’s Fishery Reforms“ an die thailändische Regierung unterzeichnet und damit öffentlich unterstützt, dass die getroffenen Reformen in der Fischerei zum Schutz der Ausbeutung von Arbeitern und Arbeiterinnen weiterhin bestehen bleiben.

Amfori Business Social Compliance Initiative (Amfori BSCI)

EDEKA ist seit 2010 Mitglied der Amfori Business Social Compliance Initiative (Amfori BSCI), in der Handels- und Herstellerunternehmen vertreten sind. Hier unterstützen wir aktiv Initiativen und Projekte, die den Aufbau von Strukturen zur Einführung und Kontrolle von Sozialstandards entlang der gesamten Lieferkette zum Ziel haben. Dabei erfolgt eine unabhängige Prüfung von Produktionsstätten sowie teilweise auch zuliefernden Plantagen vor Ort.

Die Mitglieder übernehmen arbeitsteilig Aufgaben zur Risikominimierung, lassen die anderen an Erfahrungen und Ergebnissen teilhaben und kontaktieren gemeinsam auch Regierungen und andere Institutionen (Stakeholder). Es erfolgen regelmäßige Sozialaudits, dabei werden unter anderem Beschwerdemechanismen und inzwischen auch das Thema existenzsichernde Löhne abgefragt. Bei Kinderarbeit und Zwangsarbeit gilt: „Null-Toleranz“. Interventionen können aufgrund der Bündelung der Interessen mehr Wirkung erzielen.

Über Amfori BSCI erfolgt bei EDEKA insbesondere die Absicherung der Warenbereiche Non-Food (z.B. Textil) und Import-Food (Trockenfrüchte und Konserven): Es dürfen nur noch Produkte gelistet werden, die durch Amfori BSCI oder vergleichbare Organisationen bzw. Standards (SA8000, SMETA Ethical Trading Inititative, Rainforest Alliance, Fair Trade) abgesichert sind. Das heißt auch: Lieferanten, die in Risikoländern produzieren oder von dort Waren beziehen und nicht Mitglied von Amfori BSCI sind oder über eine äquivalente Absicherung verfügen, sind von vornherein von der Belieferung ausgeschlossen.

Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI Platform)

Als erster Lebensmittelhändler in Deutschland ist EDEKA 2019 der internationalen Sustainable Agriculture Initiative Platform beigetreten. Die SAI Platform ist eine führende Initiative für nachhaltige Landwirtschaft in den Wertschöpfungsketten der globalen Nahrungsmittel- und Getränkebranche. Denn Produkte wie Weizen, Zuckerrohr, Kakaobohnen, Reis oder Nüsse werden in verschiedenen Ländern weltweit erzeugt, verarbeitet, an Börsen gehandelt und ex- beziehungsweise importiert. Auch bei komplexen Lieferketten sollte die umwelt- und sozialverträgliche Herstellung landwirtschaftlich erzeugter Rohstoffe und verarbeiteter Agrarprodukte gesichert sein.

Am Anfang steht eine Selbstbewertung der Farmer über ein elektronisches Programm (Farm Sustainability Assessment - FSA). Dieses SAI Self-Assessment kann zu einer Einstufung als FSA Bronze bis FSA Gold führen. Die Glaubwürdigkeit des SAI Self-Assessment wird durch eine zusätzliche externe Überprüfung erhöht. Die Beurteilung umfasst soziale, ökologische, ökonomische und allgemeine Managementkriterien für die Produktion von Kulturpflanzen, Gemüse und Früchten und eignet sich für alle Betriebsgrößen. Es bleibt aber eine Maßnahme zur Risikoabsicherung und Weiterentwicklung der Produzenten im Hintergrund, denn auf den Produkten gibt es kein Siegel.

Seit 2012 sind die „Beschaffungsrisiken kritischer Agrarrohstoffe“ bereits ein Arbeitsschwerpunkt von EDEKA und wurden seit 2017 im eigenen Themenfeld Beschaffungsmanagement im Rahmen der Partnerschaft für Nachhaltigkeit mit dem WWF nochmals aufgewertet. Dank SAI kann EDEKA Lieferantenbewertungen einfacher und auf Basis belastbarer Zertifizierungen umsetzen. EDEKA hat hier einen weiteren Hebel, die oftmals globalen Wertschöpfungsketten landwirtschaftlicher Erzeugnisse für seine Eigenmarkenprodukte langfristig und systematisch nachhaltiger zu gestalten. Erste SAI-Projekte (Dosentomaten, Avocado, Mango) stehen am Start.

Forum Nachhaltiger Kakao e.V.

EDEKA ist Mitglied der 2012 von der Bundesregierung initiierten Multi-Stakeholder-Initiative Forum Nachhaltiger Kakao e.V. Neben der Bundesregierung gehören die deutsche Süßwarenindustrie, der deutsche Lebensmittelhandel, Nichtregierungsorganisationen und Nachhaltigkeitsstandards dazu. Ziel des Forums ist es, die zumeist kleinbäuerlichen Kakaobetriebe in den Ursprungsländern auf dem Weg zu einem nachhaltigen Kakaoanbau zu unterstützen und bereits bestehende Maßnahmen zu bündeln. Es gibt ökonomische Aspekte, wie z.B. die Erhöhung der Produktivität durch verbesserte Techniken, was dann auch zu existenzsichernden Einkommen beiträgt. Neben ökologischen Aspekten sollen insbesondere die Lebensumstände der Kakaobauern/-bäuerinnen und ihrer Familien verbessert und so zu einem gesicherten Lebensunterhalt beigetragen werden. Dabei erfolgt auch die enge Zusammenarbeit mit den Kakaoanbauländern.

Ziele im Hinblick auf soziale Absicherung sind:

  • bessere Ab-Hof-Preise, Mindestpreis- und Prämiensysteme sowie weitere einkommensschaffende Maßnahmen zu einem existenzsichernden Einkommen
  • Erhöhung der Produktivität des Kakaoanbaus und der Qualität des Kakaos, was auch zu existenzsichernden Löhnen beiträgt
  • Unterstützung von Regierungen und weiteren Akteuren bei der Entwicklung von ganzheitlichen Agrarprogrammen für Regionen, um Alternativen zum Kakaoanbau zu schaffen und somit Überproduktion entgegenzuwirken
  • Abschaffung missbräuchlicher Kinderarbeit in der Kakaoproduktion
  • Stärkung der Geschlechtergleichberechtigung, Verbesserung der Chancen für Frauen und junge Menschen im Kakaosektor
  • Stärkung der Regierungen, Bauernvertretungen und der Zivilgesellschaft in der Wertschöpfungskette Kakao in den Produktionsländern

EDEKA unterstützt das Forum Nachhaltiger Kakao und dessen Ziele. Seit 2017 bezieht EDEKA nur noch zertifizierten Kakao für sein gesamtes Eigenmarkensortiment (Rainforest Alliance Certified / UTZ, Fairtrade). Das erreichte Niveau soll gehalten und ausgebaut werden.

Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO)

EDEKA setzt sich dafür ein, dass Palmöl nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch und sozial verträglich erzeugt wird. Daher ist EDEKA seit 2013 bzw. 2012 auch Mitglied der Multistakeholder-Initiativen Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO). Bei FONAP gehört EDEKA sogar zu den Gründungsmitgliedern.

Die FONAP-Mitglieder gehen eine öffentliche Selbstverpflichtung ein zur Umstellung auf nachhaltig zertifiziertes Palm- und Palmkernöl sowie deren Derivate und Fraktionen. Darüber hinaus engagiert sich die Initiative gemeinsam für die Verbesserung existierender Standards und Zertifizierungen (derzeit akzeptiert: die Standards von RSPO, ISCC Plus, Rainforest Alliance, RSB). Im Rahmen von Lieferantendialogen werden die Relevanz von Rückverfolgbarkeit und Umsetzung von Zusatzkriterien entlang der Lieferkette thematisiert. Zusatzkriterien sind der Verzicht des Anbaus auf Torfboden, das Verbot hochgefährlicher Pestizide, die Umsetzung strenger Treibhausgasreduktionsziele, die Sicherstellung der Herkunftslegalität von Ölpalmfrüchten sowie Transparenz in Beschwerdeverfahren. Die Anforderung des FONAP-Zusatzkriteriums an einen legalen Anbau umfasst den verpflichtenden Nachweis des Landrechts sowie Verbote von Brandrodung, von Anbau in Schutzgebieten, von Vertreibung indigener Bevölkerung und von Kinderarbeit.

EDEKA hat schon seit Ende 2013 Palmöl in EDEKA-Eigenmarken-Produkten komplett auf nachhaltigere, zertifizierte Ware (RSPO) umgestellt und entwickelt dieses Niveau weiter. Im Rahmen von FONAP kooperiert EDEKA auch in einem Kleinbauernprojekt mit WWF und der NGO Wild Asia in Malaysia. Hier werden Kleinbauern zu einem nachhaltigeren Anbau geschult und durch Steigerung der Erträge und Zugang zum internationalen Markt für nachhaltiges Palmöl die Lebensumstände der Bauern verbessert.

Fruit Juice CSR Platform

EDEKA ist seit Juli 2018 Mitglied der Fruit Juice CSR Platform. Diese wurde 2013 von der AIJN European Fruit Juice Association, dem Verband der Saftindustrie in Europa, gegründet. Ziel ist es, Stakeholder der europäischen Saftindustrie zusammenzuführen, gemeinsam eine nachhaltige Ausrichtung voranzutreiben und soziale, ökologische und ökonomische Probleme in der gesamten Lieferkette zu bewältigen. Denn Agrarrohstoffe für die Säfte kommen vielfach aus tropischen Ländern, die zu den Risikoländern gehören, wie Orangen aus Brasilien und Ananas aus Thailand. Themen sind hier vor allem Kinder- und Zwangsarbeit, Diskriminierung, geringe Löhne und fehlende Arbeitssicherheit durch Einsatz von Agrochemikalien und unzureichendes Equipment.

Um hier gegenzusteuern, hat EDEKA risikobehaftete Saft-Lieferketten identifiziert, entsprechend des Nachhaltigkeitsrisikos priorisiert und Ziele entwickelt. Die Absicherung erfolgt durch anerkannte Zertifizierungen wie Rainforest Alliance Certified, Fairtrade, EU-Bio, GlobalG.A.P./GRASP, Amfori BSCI. Dabei erfolgt eine Differenzierung der Absicherungsmaßnahmen nach einzelnen Prozessstufen der Saft-Lieferkette:

  • Auf Farmebene: Rainforest Alliance (insbesondere Orange, Ananas, Banane) und Fair Trade (insbesondere Produkte wie Bio-Säfte und Mango aus Indien, wo Rainforest Alliance nicht möglich ist), GlobalG.AP./GRASP und FSA Bronze (für Rohwaren weltweit).
  • In der Weiterverarbeitung: Rainforest Alliance, Amfori BSCI, Ethical Trading Initiative SMETA, SA8000.
  • Beim Abfüller: Rainforest Alliance. Die Absicherung aller Lieferkettenschritte (Chain-of-Custody-Forderung) ist zukünftig auch Voraussetzung, um als Abfüller das Rainforest Alliance-Siegel zu erhalten.
Inzwischen hat EDEKA – als erster Lebensmittelhändler in Deutschland überhaupt – sein komplettes Eigenmarken-Sortiment auf zertifiziert nachhaltigeren Orangensaft umgestellt. Die Produkte tragen entweder das Biosiegel oder das Umwelt- und Sozialsiegel Rainforest Alliance Certified. Auch weitere Säfte von EDEKA aus exotischen Früchten – wie Banane und Mango – wurden zertifiziert und mit den entsprechenden Siegeln gekennzeichnet. Bereits 2015 hatte EDEKA den ersten nachhaltiger produzierten Orangensaft mit Rainforest Alliance Certified-Siegel in Deutschland eingeführt. Dazu wurde ein gemeinsames Projekt mit einem brasilianischen Lieferanten aufgebaut.

International Pole and Line Foundation (IPNLF)

EDEKA ist 2015 als erstes deutsches Mitglied der gemeinnützigen International Pole and Line Foundation (IPNLF) beigetreten und hat damit die langjährige Förderung verantwortungsvoller Fischereien aktiv fortgesetzt. IPNLF arbeitet weltweit an der Entwicklung, Unterstützung und Förderung sozial- und umweltverträglicher Fischereien, die Angelruten und Handleinen für den Thunfischfang einsetzen.

IPNLF nutzt den Einfluss des Markts, um einen Wandel durch praktische Fischereiprojekte und die Kooperation verschiedener Interessengruppen zu erzielen. Fischer können mit gesicherten Abnahmen und angemessener Bezahlung rechnen: Das hat positive Auswirkungen auf die Einkommen und für die lokalen Gemeinden, erhöht die Zahl an sozialverträglichen Arbeitsplätzen und trägt zu wirtschaftlicher Stabilität vor Ort bei. Ein Ziel ist auch die Stärkung der Rechte der Frauen, die ein fester Bestandteil in den Wertschöpfungsketten dieser Fischereien sind, aber oft nicht entsprechend beteiligt werden. Hinzu kommt unter anderem das Engagement für sichere Arbeitsbedingungen auf den Schiffen, zum Beispiel auch über ein gemeinsames Projekt mit dem „Vessel Improvement Programme“ (VIP) zu Thunfisch-Fischerei auf den Malediven.

EDEKA führt bereits seit Jahren in der Eigenmarke Thunfisch-Produkte aus IPNLF-Fischereien und hat Anfang 2020 als erster Lebensmittelhändler in Deutschland darüber hinaus sein Thunfisch-Eigenmarkensortiment komplett auf nachhaltige Ware mit dem MSC-Siegel umgestellt (siehe auch MSC-Siegel).

Bündnis für Nachhaltige Textilien

EDEKA hat einen klaren Fokus auf den Handel mit Lebensmitteln, weshalb der Anteil an Textilien sehr gering ist. Dennoch legt EDEKA Wert darauf, auch im Textilbereich verantwortungsvoll zu handeln und an einer dauerhaften Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Lieferländern mitzuwirken. EDEKA ist daher seit 2015 Mitglied des Bündnisses für Nachhaltige Textilien, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen in den Produktionsstätten und entlang der Textillieferkette zu erreichen.

EDEKA hat im Rahmen des Bündnisses für Nachhaltige Textilien einen Nachhaltigkeitsplan („Roadmap“) mit Zielen in verschiedenen Bereichen erstellt und arbeitet an der Umsetzung der dort gesetzten Maßnahmen. Dieser Nachhaltigkeitsplan ist auf der Webseite des Textilbündnisses veröffentlicht. Mittel sind ein konsequentes Lieferantenscreening und anerkannte Zertifizierungen. Neben der Steigerung des Anteils an zertifiziert nachhaltigeren Naturfasern (inzwischen 50 Prozent GOTS Global Organic Textile Standard) und einem Umwelt- und Chemikalienmanagement sind Sozialstandards im Fokus, zum Beispiel:

  • Förderung existenzsichernder Löhne (Mitarbeit in der Bündnisinitiative Existenzsichernde Löhne, Self-Assessment zu Einkaufspraktiken etc.)
  • Unterstützung von Produzenten bei der Umsetzung der sozialen Bündnisziele im Rahmen von Amfori BSCI (z.B. finden verpflichtende BSCI-Trainings für Eigenmarken-Produzenten zu den Themen Fair Remuneration, Decent Working Hours, Arbeitsschutz,Beschwerdemechanismen statt)
  • Verpflichtende Amfori BSCI-Zertifizierung der Produktionsstätten für EDEKA-Eigenmarken und EDEKA-Aktionsartikel

Bildmotiv Umwelt

Absicherung durch eigene Projekte und Partnerschaften

Themenfeld Beschaffungsmanagement

EDEKA will nicht nur einzelne Produkte, sondern seine Lieferketten langfristig und systematisch nachhaltiger gestalten. EDEKA und WWF als strategische Partner für Nachhaltigkeit arbeiten daher auch gemeinsam am Thema nachhaltiges Beschaffungsmanagement kritischer Agrarrohstoffe unter Berücksichtigung von Arbeits- und Menschenrechten. Ziel ist es, EDEKA – insbesondere dem Einkauf – einen umfassenden Einblick in aktuelle, rohstoffspezifische Beschaffungsrisiken zu geben, um so schrittweise die Beschaffungsrisiken kritischer Agrarrohstoffe zu reduzieren und Managementfortschritte zu beaufsichtigen.

Unter anderem über ein in Entwicklung befindliches Webtool werden nicht nur ökologischen, sondern auch soziale Aspekte systematisch im EDEKA-Einkauf kritischer Agrarrohstoffe verankert – beginnend bei Obst und Gemüse. Aufgezeigt werden potenzielle ökologische und soziale Beschaffungsrisiken sowie Handlungsoptionen und Möglichkeiten der Risikominderung durch nachhaltigere Beschaffungsmaßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Zertifizierungen oder auch, Lieferanten mit Hilfe von Schulungen für Risiken zu sensibilisieren. Ziel ist es außerdem, das Thema durch Informationen und Schulungen in den Markt zu tragen und eine entsprechende Markttransformation zu unterstützen.

Bislang haben EDEKA und WWF Beschaffungsrisikoanalysen für 234 Land-Rohstoff-Kombinationen durchgeführt und aktualisiert. Darüber hinaus konnten im Rahmen einer Impact-Analyse die Auswirkungen des Anbaus von 48 Obst- und Gemüsesorten bei EDEKA quantifiziert werden.

Co-Branding und Sozialrisiken

Im Rahmen der Partnerschaft für Nachhaltigkeit mit WWF arbeitet EDEKA stetig daran, Kunden immer mehr Produkte aus nachhaltigerer Produktion anzubieten. Besonders nachhaltigere Eigenmarken erhalten zusätzlich den WWF-Panda (Co-Branding). Dazu müssen sie akzeptierte ökologische Standards (z.B. Bio, MSC, FSC, Blauer Engel) erfüllen, von unabhängigen Organisationen geprüft und zertifiziert worden sein sowie einer abschließenden kritischen Bewertung durch den WWF Stand halten.

Da Bio-Standards Umweltaspekte, zumeist jedoch nicht oder nicht in ausreichendem Maß Sozialstandards abdecken, gibt es zusätzliche Anforderungen von WWF beim Thema Bio: Bei den Bioartikeln der EDEKA-Eigenmarke prüft der WWF vor Kennzeichnung zusätzlich die regionale Wasser- und länderspezifische Sozialsituation. Die Prüfung der Sozialrisiken erfolgt aufgeschlüsselt nach Erzeugerland und -region. Falls Sozialrisiken identifiziert werden, wird geprüft, ob auf Plantagen-Anbau-Ebene eine ausreichende Zertifizierung (SAN, Rainforest Alliance/UTZ, Fairtrade, SA8000, Amfori BSCI, SMETA, ETI oder Eco Social, Naturland Sozial oder Global G.A.P. plus GRASP) vorhanden ist, die die Einhaltung sozialer Mindest-Kriterien gewährleistet.

Bananenprojekt von EDEKA und WWF

Seit 2014 setzen EDEKA und der WWF mit einem Projekt im Bananenanbau ein weiteres Zeichen für mehr Nachhaltigkeit – und dies bewusst im konventionellen Anbau. Denn mit einem Marktanteil von knapp 85% ist die Nachfrage nach konventionellen Bananen in Deutschland weiterhin sehr hoch. Durch den hohen Absatz konventionell produzierter Bananen. lässt sich hier durch Verbesserungen auch eine Menge in Sachen Nachhaltigkeit bewegen. Die Produktionsbedingungen für die unter der Eigenmarke EDEKA vermarkteten Bananen werden seitdem Schritt für Schritt umwelt- und sozialverträglicher gestaltet. Alle Farmen mussten bereits zum Start Rainforest Alliance-zertifiziert sein und damit eine Zertifizierung nach SAN-Standard für Nachhaltige Landwirtschaft umsetzen. Der Rainforest Alliance / UTZ-Verhaltenskodex gibt klare Kriterien vor, basierend auf den Konventionen der International Labour Organization (ILO). Kontrolliert wird durch unabhängige Prüfstellen. Im Rahmen des Projektes werden Umwelt und auch Sozialverträglichkeit in rund 80 Kriterien kontinuierlich verbessert. Dazu gehören neben dem Schutz und Stärkung der Rechte der Mitarbeiter sowie die Optimierung von Sicherheits- und Gesundheitsschutz auch Themen wie der Schutz natürlicher Ökosysteme, Klimawandel und Wassermanagement. Auch diese Maßnahmen werden regelmäßig – alle sechs Monate - durch unabhängige Auditoren überprüft.

Verbesserungen erfolgen so kontinuierlich unter anderem auch im Bereich der Menschen- und Arbeitsrechte, beginnend bei bestehenden Gesetzen, denen Geltung verschafft wird, bis hin zu zusätzlichen Maßnahmen:

  • Inzwischen wurden alle Mitarbeiter/innen ins gesetzliche Sozialversicherungssystem aufgenommen, um sie im Falle von Krankheiten, Arbeitsunfällen/ -unfähigkeit oder Arbeitslosigkeit abzusichern.
  • Alle Beschäftigten haben geregelte Arbeitsverträge.
  • Es müssen arbeitsrechtliche Schulungen erfolgen.
  • Arbeitsschutz auch bei der Feldarbeit, z.B. durch entsprechende Schutzkleidung, ist Standard.
  • Durch Schulungen, Präventionsprogramme für Alkohol/andere Substanzen, Zugang zu Trinkwasser, Einrichtung sanitärer Anlagen wurde der Gesundheitsschutz ausgebaut.

Partnerschaft mit Sher Ethopia

Seit 2012 unterstützt EDEKA den fairen Handel mit Rosen in Äthiopien und arbeitet dabei mit Sher Ethopia zusammen. Die Beschäftigten von Sher Ethiopia arbeiten zu Bedingungen, die dem Fairtrade-Standards sowie anderen international gültigen Standards und Normen (MPS Socially Qualified SQ, International Labour Organization ILO) entsprechen bzw. über diese hinausgehen. Damit sorgt EDEKA für die Verbesserung der Lebensumstände von über 12.000 Arbeitern und deren Familien in der Region Ziway. EDEKA ist inzwischen größter Vermarkter von Fairtrade-Rosen in Deutschland und weltweit der größte Fairtrade-Rosenimporteur.

  • Die Fairtrade-Prämie ermöglicht den Farmen in Äthiopien vielfältige Projekte für die Gemeinschaft wie z.B. Gesundheitsvorsorge und Bildung. Es wurde ein Krankenhaus erbaut, in einer Schule werden Tausende von Kindern unterrichtet und verpflegt. Zudem sind kommunale Einrichtungen entstanden wie ein Nachbarschaftszentrum, ein Mehrzweck-Sportkomplex und eine Kirche.
  • Der Lohn liegt deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Die Farmen sind darüber hinaus auf dem Weg zu existenzsichernden Löhnen (Living Wages). Dazu werden Living-Wage-Benchmarks durchgeführt und seit 2019 werden nur Farmen nach Fairtrade zertifiziert, die den Floor Wage (Basis-Existenzlohn) bezahlen. Eine Steigerung der Löhne in Richtung einer Living Wage ist erkennbar.
  • Ein Manteltarifvertrag regelt unter anderem kostenlose medizinische Versorgung, kostenlosen Unterricht, Arbeitsunfähigkeitsversicherung, Rente, Urlaubstage, Regelung bei Arbeitsausfall durch Krankheit, Schwangerschafts- und Erziehungsurlaub.

Absicherung durch unabhängige Dritte: Standards und Zertifizierungssysteme

EDEKA greift neben der Absicherung durch aktive Mitarbeit in Initiativen sowie über eigene Projekte und Partnerschaften bei seinen Produkten und ihren Lieferketten nach Möglichkeit auf Zertifizierungen zurück, denen anerkannte Standards und unabhängige Prüfungen und Kontrollen zugrunde liegen.

Fairtrade

Das Fairtrade-Siegel zeichnet fair gehandelte Produkte aus, die bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Bauern und Beschäftigte, einen schonenderen Umgang mit der Umwelt sowie die Entwicklung von Gemeinschaftsprojekten in Entwicklungsländern bewirken. Ökonomie, Ökologie und Soziales sind die drei Säulen der Fairtrade-Standards. Nur Produkte, die den Anforderungen der internationalen Fairtrade-Standards entsprechen, dürfen das Fairtrade-Siegel tragen.

Anforderungen von Fairtrade sind unter anderem:

  • ein fester Mindestpreis, der die Kosten einer nachhaltigen Produktion deckt sowie ein Aufschlag für biologisch angebaute Produkte
  • eine Fairtrade-Prämie, die von den Bauern-Kooperativen dafür verwendet werden muss, Projekte zu finanzieren, die der Gemeinschaft zu Gute kommen
  • das Verbot von Zwangsarbeit und illegaler Kinderarbeit / Schutz von Minderjährigen
  • das Verbot von Diskriminierung sowie das Ziel des Empowerments von Frauen
  • Einschränkung/Verbot des Gebrauchs von Pestiziden und Chemikalien
  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Tarifverhandlungen, Teilhabe und Transparenz
  • Arbeitszeitregelungen bzw. Regelungen zu Quoten und Akkordarbeit

Fairtrade beugt Kinderarbeit/Versklavung mittels einer Vielzahl von Ansätzen aktiv vor und bekämpft sie dort, wo sie auftreten, mittels Audits, Beschwerdemechanismen und Sanktionierung (Suspendierung, Entzug der Zertifizierung). Prämien fließen bei Kleinbauern-Kooperativen in großem Maß in Bildung sowie die Förderung von Frauen. Der Living Wages/Living-Income-Ansatz wird bei Fairtrade vorangetrieben und ist vor allem bei Kakao und Rosen schon weit gediehen.

EDEKA sichert in der Eigenmarke über das Fairtrade-Siegel vor allem Kaffee (der bei Fairtrade nur aus kleinbäuerlichem Anbau kommt), Kakao und Tee sowie Rosen ab. Seit 2012 sind in fast allen EDEKA-Märkten EDEKA Fairtrade-Rosen verfügbar: EDEKA ist inzwischen größter Vermarkter von Fairtrade-Rosen in Deutschland und weltweit der größte Fairtrade-Rosenimporteur. Generell sind Produkte aus fairem Handel – ob Eigen- oder Handelsmarken - ein wichtiger Bestandteil der EDEKA-Sortimente. Neben Fairtrade-Eigenmarkenprodukten sind auch Markenprodukte aus fairem Handel in den Märkten des EDEKA-Verbundes generell ein wichtiger Bestandteil der Sortimente.

Rainforest Alliance Certified / UTZ Certified

Die Standards von Rainforest Alliance Certified und UTZ Certified stehen für nachhaltigeren Anbau und bessere Zukunftsaussichten für Bauern, Arbeiter und deren Familien. Rainforest und UTZ haben sich 2018 zusammengeschlossen: Diese Organisation arbeitet derzeit an der Entwicklung neuer Standards, die die Stärken der Programme von Rainforest Alliance und UTZ kombinieren. Die aktuellen Programme von Rainforest Alliance und von UTZ laufen während dieser Übergangsphase parallel und zunächst unverändert weiter.

Grundlage des Rainforest Alliance-Zertifizierung ist der SAN-Standard für Nachhaltige Landwirtschaft. Das Rainforest Alliance-, aber auch das UTZ-Programm, ermöglichen Bauern, bessere Anbaumethoden zu erlernen, so ihre Arbeitsbedingungen, Ernten und Einkommen zu verbessern und besser für ihre Kinder und die Umwelt Sorge tragen zu können. Der Rainforest Alliance- / UTZ-Verhaltenskodex gibt klare Kriterien vor, basierend auf den Konventionen der International Labour Organization (ILO). Auf zertifizierten Farmen müssen Menschenrechte geachtet werden. Das wird durch unabhängige Prüfstellen kontrolliert.

Im Fokus stehen kleinbäuerliche Betriebe, Farmen und forstwirtschaftliche Betriebe. Zu den Standards gehören unter anderem:

  • gute Qualität von Methoden und Management in der Landwirtschaft, z.B. Nutzung geeigneter Anbaumethoden, Reduzierung von Kunstdünger und Pestiziden (mit positiven Auswirkungen auf das Arbeitsumfeld)
  • bessere Arbeitsbedingungen auf Basis der Konventionen der International Labour Organization (z.B. keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung/Stärkung von Frauen, keine Kinderarbeit, sicheres und gesundes Arbeitsumfeld, Zugriff auf sauberes Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitsvorsorge)
  • bessere Vorsorge für zukünftige Generationen (z.B. keine Kinderarbeit, Schulausbildung, medizinische Vorsorge für Mütter und Kinder)
  • Schaffung nachhaltiger Lebensgrundlagen und Bekämpfung ländlicher Armut, Bezahlung in Übereinstimmung mit der nationalen Gesetzgebung und Stärkung des Living Income-Ansatzes (Hinarbeit zu Living Income ist vorgeschrieben)
  • Stärkung von Indigenen durch Schutz der Landrechte, Unterstützung unabhängiger wirtschaftlicher Entwicklung
  • Rückverfolgbarkeit des Produkts bis zum Farmer (Chain-of-Custody-Standard: Absicherung aller Lieferkettenschritte als Voraussetzung für Zertifzierung)

Kleinbauern/Kleinbäuerinnen und Arbeiter/innen erhalten spezielle Schulungen zu Themen wie Gleichstellung der Geschlechter sowie zur Vermeidung von Kinderarbeit und Diskriminierung. Es gibt auch frei verhandelbare Prämien (UTZ), auch eine Kombination von Bar- und Sachleistungen ist möglich. Investiert wird die Prämie nach eigener Entscheidung, etwa um die Professionalisierung auf Farmebene oder kooperativer Ebene voranzutreiben oder soziale Einrichtungen in der Gemeinde zu bezahlen. Bei Plantagen kann die Prämie unter anderem zur Erfüllung des Standards oder für kontinuierliche Verbesserungen verwendet werden (Löhne, sanitäre Einrichtungen, Unterkünfte, Schutzkleidung, etc.).

EDEKA nutzt Rainforest Alliance Certified / UTZ Certified vor allem für die Absicherung bei Kaffee, Kakao, Tee, Bananen, Orangensaft oder Haselnüssen. Alle EDEKA Kaffee-, Kakao- und Schokoladenprodukte sind mindestens Rainforest Alliance- bzw. UTZ-zertifiziert, teils auch Bio- und/oder Fairtrade-zertifiziert. EDEKA zahlt auch eine volumenabhängige Gebühr (UTZ-Programmgebühr), die den Standard und die Ausweitung und Erneuerung der Programme mitfinanziert.

Global G.A.P./GRASP

Der internationale Standard GLOBALG.A.P. ist ein Qualitätssicherungssystem. Er kann ergänzt werden um das GRASP-Zusatzmodul (GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practices). GRASP dient dazu, die Sozialpraktiken in landwirtschaftlichen Betrieben einschätzen und bewerten zu können und ergänzt die Risikoeinschätzung um Aspekte der Arbeitsbedingungen. Gibt es andere Nachweise zur Einhaltung von Sozialstandards, wie sie bei Rainforest Alliance Certified, Fairtrade- und Bio-„Sozial“-Standards wie Naturland oder Naturland Fair, FIAS, SIZA etc. hinterlegt sind, werden diese von EDEKA als Ersatz für das GRASP-Modul anerkannt. Unter anderem geht es bei GRASP um spezifische Kriterien der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und der sozialen Belange von Arbeitern. Dazu gehören:

  • Umsetzung nationaler Arbeitsgesetze
  • Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen, dokumentierte Löhne
  • Einhaltung von Arbeits- und Pausenzeiten
  • Verbot von Diskriminierung
  • Recht auf Gewerkschaften
  • Einhaltung der Schulpflicht
  • Beschwerdemechanismen

Wird mittels GRASP festgestellt, dass es besondere Risikofaktoren gibt – etwa, dass der Anteil an Saisonarbeit oder an Migranten hoch ist – werden nach Möglichkeit zusätzliche Maßnahmen zur Absicherung ergriffen, beispielsweise über Amfori BSCI Food oder zukünftig über SAI. Die durch GlobalG.A.P/GRASP abgesicherten Produkte tragen kein Siegel oder Logo.

EDEKA fordert für die als Risikobereich erkannte Warengruppe Obst und Gemüse von allen Vertragspartnern den internationalen Standard GLOBALG.A.P. als Qualitätssicherungssystem ein, seit 2014 inklusive GRASP-Modul. EDEKA ist im Board des Global G.A.P. vertreten sowie in den Arbeitsgruppen (Technical Committees) „Crops“ und „GRASP“, um zur Weiterentwicklung des Standards beizutragen.

Marine Stewardship Council (MSC)

Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale gemeinnützige Einrichtung und vergibt sein blaues MSC-Logo als Siegel für nachhaltig arbeitende und vorbildlich geführte Fischereien. Sie müssen bestandserhaltend arbeiten und mit Rücksicht auf die Meeresumwelt fischen. Es muss darüber hinaus ein Fischerei-Managementsystem etabliert werden, das auf die nachhaltige Nutzung des Meeres ausgerichtet ist, und die Rückverfolgbarkeit für transparente Lieferketten absichert.

Der Schwerpunkt des Zertifizierungsstandards lag bisher im Bereich Umwelt, im Rahmen der Weiterentwicklung des Standards werden seit 2019 verstärkt auch menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einbezogen:

  • Ausschluss von Kinder- und Zwangsarbeit: Fischereien müssen eine Erklärung darüber abgeben, ob und wenn ja welche Mechanismen Sie nutzen, um Zwangs- und Kinderarbeit zu verhindern.
  • Für die Chain-of-Custody-Zertifizierung ist für Risikoländer ein Sozial-Audit ab Packstation obligatorisch: Anerkannt werden hier Amfori BSCI, SEDEX, SA8000, Sustainable Supply Chain Initiative. Da es sich um Import-Lebensmittel handelt, deckt EDEKA die Risiken hier bereits seit 2010 auch über Amfori BSCI ab.

EDEKA setzt bei Wildfisch bevorzugt auf das MSC-Siegel, der Großteil der Wildfisch-Eigenmarken trägt inzwischen das MSC-Siegel.

Aquaculture Stewardship Council (ASC)

Der „Aquaculture Stewardship Council“ (ASC) wurde 2010 gegründet mit dem Ziel, Standards für umweltverträgliche und sozial verantwortungsvolle Fischzucht zu entwickeln.

Zu den ökologischen Kriterien zählen Nachweise, dass unerwünschte Auswirkungen auf Umwelt und Artenvielfalt aktiv reduziert werden sowie verantwortungsvoll mit Fischbeständen und der Ressource Wasser umgegangen wird. Aber auch Arbeits- und Menschenrechte haben eine große Bedeutung. ASC-zertifizierte Farmen müssen die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einhalten.

Dazu gehören:

  • Verbot von Kinder- und Sklavenarbeit
  • sicheres Arbeitsumfeld
  • angemessener Lohn
  • geregelte Arbeitszeiten
  • Berücksichtigung der Interessen umliegender Gemeinden

EDEKA baut den Anteil von verantwortungsvoll erzeugten Fischzuchtprodukten und Produkten mit ASC-Siegel kontinuierlich aus. EDEKA bietet zum Beispiel nur noch zertifizierte Zuchtshrimps im Eigenmarkensortiment, darunter Black Tiger Garnelen aus kleinbäuerlichen Zuchten in Thailand.

Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)

Beim Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) handelt es sich um ein Palmöl-Zertifizierungssystem mit vier Lieferkettenmodellen, vom Zertifikatshandelssystem bis zur garantierten Rückverfolgbarkeit (Identity Preserved). Es werden sowohl ökologische als auch soziale Anforderungen abgedeckt.

Basis von RSPO ist ein Katalog mit acht Prinzipien und dazugehörigen Kriterien, die in nationalen Richtlinien je nach Anbauland konkretisiert werden. Die acht Grundanforderungen heben auch auf menschenrechtliche Sorgfaltspflichten ab:

  • Bekenntnis zu Transparenz
  • Einhaltung von Gesetzen und sonstigen rechtlichen Bestimmungen (z.B. die rechtmäßige Nutzung von Anbauflächen)
  • Bekenntnis zu langfristiger wirtschaftlicher Tragfähigkeit
  • Anwendung angemessener, bewährter und vorbildlicher Methoden durch anbauende Betriebe und Mühlen (z.B. beim Einsatz von Agro-Chemikalien), um etwa Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten und Erosion zu vermeiden
  • Verantwortung gegenüber der Umwelt und Wahrung natürlicher Ressourcen und der Biodiversität
  • verantwortungsvolle Berücksichtigung der Angestellten und betroffener Individuen und Gemeinden
  • verantwortungsvolle Entwicklung neuer Anbaugebiete
  • Bekenntnis zur kontinuierlichen Verbesserung in den Hauptarbeitsgebieten

Bei der Absicherung von Arbeits- und Menschenrechten wird auf dynamische Risikoanalysen statt auf Checklisten gesetzt: Menschenrechts-Analysen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte. Dabei wird nicht auf das Risikopotenzial einzelner Länder abgehoben, sondern darauf, was der jeweilige Lieferant im Hinblick auf menschenrechtliche Sorgfaltspflichten umsetzt. RSPO versucht so kontinuierlich, bestehende Lücken in der Absicherung von Menschenrechten zu schließen. Der RSPO-Standard wird kontinuierlich weiterentwickelt und berücksichtigt nach der jüngsten Revision die sozialen Aspekte wesentlich stärker.

Bereits seit 2014 gibt es eine RSPO-Arbeitsgruppe, die soziale Fokusthemen bearbeitet:

  • Menschenrechte (Recht auf Gesundheit, Leben, angemessene Nahrung, gerechte Arbeitsbedingungen – nach UN Sozialpakt und UN Zivilpakt)
  • Identifikation besonders verletzlicher Gruppen (Kinder, Frauen, Indigene, Kleinbauern, Arbeiter, Wanderarbeiter)
  • Identifikation genereller Problematiken (Landnutzungskonflikte, eingeschränkte Versammlungsfreiheit, intransparente/betrügerische Einstellungsbedingungen, Diskriminierung von Frauen sowie nicht dokumentierte und unbezahlte Frauenarbeit, Kinderarbeit, Status und Arbeitsbedingungen von Migranten)

EDEKA hat schon seit Ende 2013 Palmöl in EDEKA-Eigenmarken-Produkten komplett auf nachhaltigere, zertifizierte Ware (RSPO) umgestellt und entwickelt dieses Niveau hin zum Handelsmodell RSPO Segregated ständig weiter. Auch Palmkernöl sowie Derivate und Fraktionen von Palmöl sind zu rund drei Viertel bereits zertifiziert (Handelsmodelle Segregated oder Mass Balance). Im Rahmen des Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) unterstützt EDEKA aktiv die weitere Entwicklung des RSPO-Standards inklusive menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten. EDEKA kooperiert auch in einem Kleinbauernprojekt mit WWF und der NGO Wild Asia in Malaysia. Hier werden Kleinbauern zu einem nachhaltigen Anbau geschult und durch Steigerung der Erträge und Zugang zum internationalen Markt für nachhaltiges Palmöl die Lebensumstände der Bauern verbessert.

Global Organic Textile Standard (GOTS)

Global Organic Textile Standard (GOTS) ist der weltweit führende Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Die Sicherstellung der Standards erfolgt durch eine unabhängige, jährliche Zertifizierung der gesamten Lieferkette. Zertifizierte Produkte erhalten das GOTS-Siegel.

Umwelttechnische Anforderungen beziehen sich auf den Anteil an kontrolliert biologischen Naturfasern (mind. 70%, ab 95% Kennzeichnung mit „Bio“ möglich) sowie Kriterien für erlaubte chemische Behandlungen und Stoffe und die Durchführung von Umweltschutzprogrammen. Stark verankert sind menschenrechtliche Sorgfaltspflichten. Grundlage sind die ILO Kernarbeitsnormen, Verarbeiter und Hersteller müssen über ein Soziales Managementsystem verfügen und ihr Geschäft nach ethischen Grundsätzen führen. Wichtige Stichworte sind hier:

  • Freie Wahl der Beschäftigung
  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Sichere und hygienische Arbeitsbedingungen
  • Verbot von Kinderarbeit
  • Mindestlohn
  • Keine Übermäßige Arbeitszeit
  • Keine Diskriminierung
  • Reguläre Beschäftigung
  • Verbot von grober oder inhumaner Behandlung
  • Humantoxizität (technische Qualitätsanforderungen und Grenzwerte für Rückstände)

EDEKA hat bei seinen Textil-Eigenmarken den Anteil an GOTS-zertifizierten Produkten auf 50 Prozent erhöht und arbeitet an einem weiteren Ausbau. Die Produktionsstätten für EDEKA-Eigenmarken und EDEKA-Aktionsartikel müssen Amfori BSCI-zertifiziert (Amfori Business Social Compliance Initiative) sein und werden regelmäßig durch unabhängige Prüfer vor Ort geprüft. Im Rahmen des Bündnisses für Nachhaltige Textilien fördert EDEKA ein optimiertes Umwelt- und Chemikalienmanagement sowie die Verbesserung von Sozialstandards, etwa die Förderung existenzsichernder Löhne.

Forest Stewardship Council (FSC)

Der Forest Stewardship Council (FSC) wurde gegründet, um die wesentlichen Umwelt- und Sozialstandards in der Waldwirtschaft abzusichern. FSC ist aufgrund des weltweit gültigen Standards, der Einbindung aller relevanten Interessengruppen und der Unterstützung durch namenhafte Unternehmen sowie Umwelt- und Sozialorganisationen als glaubwürdige Lösung für nachhaltige Waldwirtschaft anerkannt. Die Zertifikatsvergabe erfolgt durch unabhängige Dritte und wird jährlich überprüft. Das FSC®-Siegel des Forest Stewardship Council® kennzeichnet Holz-, Papier- und Tissue-Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft: Für ihre Herstellung wird nicht mehr Holz entnommen als nachwächst, Forstbetriebe übernehmen neben der wirtschaftlichen in gleichem Maße auch ökologische und soziale Verantwortung.

Die ersten vier der insgesamt zehn FSC-Grundsätze schreiben folgende menschenrechtliche Sorgfaltspflichten vor:

  • Einhaltung der Gesetze: Der Forstbetrieb hält sämtliche geltende Gesetze, Verordnungen und internationale Verträge, Konventionen und Vereinbarungen, die auf nationaler Ebene ratifiziert sind, ein.
  • Arbeitnehmerrechte und Arbeitsbedingungen: Der Forstbetrieb erhält oder verbessert die soziale und wirtschaftliche Situation aller im Forstbetrieb Beschäftigten.
  • Rechte indigener Völker: Die gesetzlichen und gewohnheitsmäßigen Rechte der indigenen Gruppen hinsichtlich Besitz, Nutzung und Bewirtschaftung von Land, Territorien und Ressourcen, die durch Bewirtschaftungsmaßnahmen betroffen sind, sind vom Forstbetrieb zu identifizieren und aufrecht zu erhalten.
  • Beziehungen zur lokalen Bevölkerung: Der Forstbetrieb trägt zur Erhaltung oder Verbesserung des sozialen und wirtschaftlichen Wohlergehens der lokalen Bevölkerung.

EDEKA hat die Holz-, Papier- und Tissue-Produkte seiner Eigenmarken komplett auf Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft mit FSC-Siegel oder auf Recycling umgestellt und sichert damit Umwelt- und Sozialstandards rund um den aus dem Wald stammende Material des Produktes ab: Sofern nicht Blauer Engel- sind die Produkte FSC-zertifiziert (100%, Mix oder Recycling). Dies trifft auch auf die Umverpackungen der Eigenmarkenprodukte aus Pappe und Papier zu 95 Prozent zu.