Interview Achim Sam: Beeren
Im Interview mit Achim Sam erfährst du, welche Beeren die Gesundheit so richtig ankurbeln können. Außerdem erzählt Achim, warum sie zusammen mit Nüssen ein absolutes Dreamteam und wieso Beeren kurz vor dem Verfalldatum am gesündesten sind.
Ernährungsexperte Achim Sam erzählt über die Relevanz von Vitaminen für den menschlichen Körper.
Achim, welche sind deine Lieblingsbeeren?
Ich esse tatsächlich alle Sorten gern! Aber nicht nur aufgrund meines persönlichen Geschmacks bin ich Fan von Beeren – auch wissenschaftlich betrachtet. Denn zu kaum einem anderen Obst und Gemüse gibt es so viele Untersuchungen und Studien.
Welche Beeren sind die gesündesten?
Wenn es um den Gehalt von gesunden Inhaltsstoffen – konkret: den Gehalt von sekundären Pflanzenstoffen – geht, sind schwarze Johannisbeeren die absoluten Heroes! Danach kommen Blaubeeren/Heidelbeeren, gefolgt von Brombeeren, Himbeeren und schließlich den Erdbeeren. Himbeeren wiederum wird von Forschern eine starke antioxidative Wirkung nachgesagt. Alle Beeren enthalten viel Vitamin-C und Vitamin-E, was bedeutet, dass sie die Zellerneuerung im Körper unterstützen können, antioxidativ wirken können und somit echte Anti-Aging-Lebensmittel sind.
Gibt es zwischen schwarzen Johannisbeeren und Heidelbeeren einen starken Unterschied im Hinblick auf die Nährwerte?
Die Unterschiede hier sind marginal. So sind Heidelbeeren minimal energieärmer: auf 100 g sind es aber lediglich 6 kcal.
Wo liegt der Unterschied zwischen Blaubeeren und Heidelbeeren?
Eigentlich gibt es keinen – sie werden je nach Region unterschiedlich benannt. Einzige Abweichung: Kulturheidelbeeren haben helles Fruchtfleisch, Waldheidelbeeren haben blaues Fruchtfleisch. Waldheidelbeeren färben stark ab, deshalb beim Verzehr am besten besonders gut auf die Kleidung achten!
Was gibt es sonst noch für Erkenntnisse aus der Wissenschaft bezüglich der gesundheitlichen Vorteile von Beeren?
Es gibt Untersuchungen, dass Beeren die kognitive Alterung von älteren Menschen und deren Denkprozessen verlangsamen kann. Bedeutet also, dass man leistungsfähiger wäre, was die Denkleistung im Alter angeht. Außerdem werden Beeren positive Effekte auf die Herzgesundheit nachgesagt. Laut einer entsprechenden Harvard-Studie sollen selbst geringe Mengen (nämlich drei kleine Handvoll Beeren pro Woche) das Herzinfarkt-Risiko um bis zu 34 % senken können. Wirklich enorm. Viele Laborstudien zeigen außerdem, dass Beeren und Beerenextrakte oxidativen Stress und Entzündungen im Körper lindern können.
Gibt es Kombinationen von Lebensmitteln mit Beeren, die besonders sinnvoll sind?
Auf jeden Fall! Nüsse und Beeren passen zum Beispiel wunderbar zusammen – haben quasi eine synergistische Wirkung. In Nüssen kommt die sogenannte Phytinsäure vor. Die kann den Verfall der Anthocyane (sekundäre Pflanzen(farb)stoffe) verhindern. Walnüsse und Mandeln haben den höchsten Phytinsäure-Gehalt und passen auch geschmacklich perfekt zu Beeren.
Wo lagert man Beeren denn am besten? Im Kühlschrank?
Beeren verderben relativ schnell, deshalb empfehle ich grundsätzlich die Lagerung im Kühlschrank. Interessant ist jedoch, dass der Anteil von gesunden Inhaltsstoffen kurz vor dem Verderb am höchsten ist. Denn hier setzt ein natürlicher Schutzmechanismus der Beeren ein: Um sich vor natürlich Fressfeinden zu schützen, bilden sie noch mal extra viele Pflanzenschutzstoffe. Bedeutet: Beeren gern frühzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, sobald man weiß, dass man sie in absehbarer Zeit verzehren möchte. Aber unbedingt darauf achten, dass die Beeren nicht matschig oder schimmelig sind (denn dann würde man wiederum Toxine zu sich nehmen).
Wie schaut es aus, wenn man Beeren erhitzt? Zum Beispiel in Marmeladen? Bleiben die guten Inhaltsstoffe enthalten?
Hier gibt es eine richtig gute Nachricht: Die guten Inhaltsstoffe in den Beeren können sich sogar vermehren, wenn man sie erhitzt. Aber Achtung bei der Kochzeit – diese sollte im Topf nicht mehr als 30 Minuten und in der Mikrowelle nicht mehr als 3 Minuten betragen. Auch ein kurzes Anbraten der Beeren kann zu einem deutlichen Anstieg von Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen führen.
Ernährungswissenschaftler Achim Sam
Achim Sam ist Diplom-Ernährungswissenschaftler, Bestsellerautor, TV-Ernährungs-Experte und Podcaster. Er ist fit in allen Themen rund um bewusste Ernährung, Lebensmittel, Food-Trends, Sport und kennt Gewichtsschwankungen nur allzu gut. Darüber hinaus war er selbst jahrelang als Leistungssportler aktiv. Als Radsportler ist er sogar für die Deutsche Nationalmannschaft gefahren. In den Team D Foodnews sprechen wir mit Achim exklusiv für Team D über verschiedene Ernährungsthemen - immer mit Sportbezug und ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
ISS SO - der Ernährungspodcast
Lust auf mehr Ernährungstipps und -tricks mit Achim? Dann bist du beim EDEKA Ernährungspodcast ISS SO genau richtig. Mit dabei ist Ernährungswissenschaftler Achim Sam. Sein Credo: Jeder so, wie es am besten passt und ohne Verbote, denn die bringen laut Achim gar nichts. Podcast-Partnerin Julia Rohrmoser hilft, die teilweise etwas schwierigeren Zusammenhänge in der Ernährungswissenschaft wirklich zu verstehen und stellt für dich deine Fragen an Achim. ISS SO der Ernährungspodcast mit Achim Sam ist wöchentlich für dich am Start und versorgt dich ausgewogen im alltäglichen Game of Foods.
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Die Interview-Reihe mit unseren Ernährungsexpert:innen soll dir einen Überblick zu den verschiedenen Themen geben, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen und Detail-Informationen findest du u.a. auf edeka.de. Bei Fragen zu deiner Ernährung kannst du dich auch an die Ernährungsberater:innen an den Olympiastützpunkten wenden. Die Expert:innen helfen dir gerne weiter.