Interview Thomas Röhler
Thomas Röhler liebt Höhenflüge und Thunfisch. Mit seinem Olympia-Sieg 2016 hat der Speerwerfer den ganz großen Wurf geschafft. Wir haben mit ihm über seine sportliche Karriere, seine Ernährung und die Bedeutung von regionalen Lebensmitteln gesprochen.
Im Interview: Auf einen S(ch)nack mit Thomas Röhler
Die Olympischen Spiele sind vorbei und du konntest gesundheitsbedingt leider nicht dabei sein. Wie geht es für dich jetzt sportlich weiter?
Der sportliche Horizont ist auch ohne Olympische Spiele nicht zu Ende. Da ist man Profi genug, um seinen Träumen und Zielen treu zu bleiben. 2022 steht die Heim-EM in München an. Und hoffentlich ist meine sportliche Karriere auch ohne Verletzungen bis zu den Spielen 2024 in Paris nicht zu Ende.
Was bedeutet dir dein Olympiasieg 2016? Hast du weitere sportliche Ziele?
Mit dem Olympiasieg 2016 habe ich mir meinen sportlichen Traum erfüllt. Das ist ein unbeschreiblicher Moment Olympiasieger zu werden. An den wird nichts mehr herankommen. Was mir aber noch wichtig ist, ist, dass ich eines Tages als gesunder Mann aus meiner sportlichen Karriere austreten kann.
Was ist dein Motivator für das harte Training?
Ich trainiere in einer Trainingsgruppe. Für mich ist das ein großer Motivator. Gerade auch an harten Trainingstagen macht es gemeinsam einfach mehr Spaß. Auch der Rückhalt der Familie und der Trainer:innen als sicherer Anker in der Planung sind für mich sehr wichtig.
Wenn man dir bei Social Media folgt, merkt man, dass du dich viel mit Ernährung beschäftigst. Welchen Stellenwert hat das Thema Ernährung für dich privat und vor allem im Sport und wie ernährst du dich, um fit zu bleiben?
Für mich hat Ernährung einen sehr hohen Stellenwert. Das bemisst sich alleine an der Zeit, die ich diesem Thema jeden Tag widme. Wir kochen täglich frisch, bereiten Lebensmittel immer frisch zu und versuchen industriell verarbeitete Produkte zu vermeiden. Das geht auf Reisen leider nicht immer und ist eine kleine Challenge, die das sportliche Leben mit sich bringt. Im Laufe meiner Karriere habe ich immer mehr verstanden, welchen Benefit ich aus einer ausgewogenen Ernährung ziehen kann. Auf die Performance, Erholung und das gesamte Wohlbefinden hat die richtige Ernährung einen hohen Einfluss. Bei mir gibt es keine klaren No-Gos. Wir verzichten auf weißen Zucker. Wir arbeiten viel mit den Lebensmitteln aus dem heimischen Garten. Da gibt es viele Nährstoffe, die man im Blick behalten sollte, um fit zu bleiben.
Wer steht bei euch daheim meistens hinter dem Herd – du oder deine Verlobte?
Definitiv wir beide! Wir können beide kochen und backen. Das ist sehr schön, wenn man das auch miteinander teilt. Wenn Kochen nicht nur Mittel zum Zweck ist, sondern schon ein gemeinsames Hobby ist, dann macht es viel mehr Spaß und man nimmt sich mehr Zeit für ein gutes Lebensmittel.
Mit welchem Frühstück startest du perfekt in den Tag?
Bei mir gibt es Porridge und selbstgemachtes Granola. Porridge bietet einen nährstoffreichen Start in den Tag. Außerdem ist „Haferschleim“ gar nicht so langweilig, wie man denkt. Man kann ihn mit Nüssen, Früchten und verschiedenem Obst variieren. Gut gemachtes Porridge ist wirklich etwas Besonderes!
Das Thema der #reifeleistung-News im August ist Fisch. Warum ist Thunfisch deine Lieblingszutat?
Fisch im Allgemeinen schätze ich sehr. Er bietet gesundes Eiweiß und ist einfach super lecker! Aber Thunfisch schmeckt besonders gut. Ich bereite ihn gerne in verschiedenen Arten und Weisen zu. Bei Thunfisch möchte ich aber anmerken, dass ich hier stark auf die Herkunft des Fisches und Nachhaltigkeit achte.
Steht frischer Fisch regelmäßig auf deinem Speiseplan. Wenn ja, was ist dein Lieblings-Rezept?
Da bin ich ein absoluter Gelegenheitskäufer. Manchmal ist er also mehrfach die Woche auf dem Teller und einige Wochen gar nicht. Fisch jeglicher Art bereite ich gerne auf dem Grill mit Räucherbrettchen zu. Dazu dann ein frischer Salat aus dem eigenen Garten!
Du bist ein wahrer Sushi-Meister und das nicht erst seit den EDEKA Küchen-Spielen. Welches Sushi isst du besonders gern? Macht es einen Unterschied, ob du es selber machst oder kaufst?
Danke für das Kompliment! Das macht einen großen Unterschied. Sushi machen ist etwas Soziales. Man quatscht über den Tag und über die Zubereitung. Es dauert zwar etwas länger – man muss den Reis kochen, der muss abkühlen – aber das ist fast schon wie ein Ritual. Wenn wir Sushi-Sunday machen ist es immer etwas Besonderes und alle freuen sich darauf. Wenn ich Sushi essen gehe (am liebsten in Asien natürlich), dann esse ich sehr gerne Onagi (gegrillter Aal). Selber habe ich mich aber noch nicht an die Zubereitung herangetraut.
Gehen wir weg vom Fisch und in den heimischen Garten. Dort baust du zusammen mit deiner Verlobten Obst und Gemüse an. Was ist das Besondere an selbst angebauten Lebensmitteln?
Die Tomate, die in meinem Gewächshaus gewachsen ist, die ich selbst gegossen habe, die langsam gewachsen ist, vielleicht auch einen kleinen Makel mit sich bringt, die bringt viel mehr Nährstoffe mit. Das kann ich als Sportler extrem wertschätzen und gerade als Gesundheitsfaktor ist dieses Wissen sehr wichtig. Regional erzeugte Lebensmittel sind besser für uns und unsere Umwelt.
Bei aller Disziplin: Bei welcher Leckerei wirst du schwach?
Ich bin totaler Fan von Dominosteinen und Lebkuchen an Weihnachten. Im Alltag ist es ein gutes Stück Kuchen. Ich komme aus Thüringen, da ist Blechkuchen eine große Nummer. Den gibt es dann natürlich auch mal nach dem Training. Das darf auch mal sein.
Thomas Röhler
Disziplin: Speerwurf
Größte Erfolge:
Olympia-Goldmedaillegewinner 2016
Europameister 2018
Instagram: @thomasroehler