Cheers! Auf ein perfektes Wine Tasting at Home
- Erstellt am:
- 31.08.2023
- Mitteilung aus:
- Hamburg
„Über Wein kann man eigentlich nie genug wissen“, sagt Lou Schmidt. Als Wein-Expertin kennt sie sich bestens aus mit Rebsorten und Regionen, mit Säure und Süße – mit Korken und mit Schraubverschluss. In „Cheers! Der Weinpodcast mit Lou“ schenkt sie uns großzügig Weinwissen ein – handgelesen, leicht verständlich und mit trockenem Humor. Neue Folgen gibt es jeden Donnerstag – überall dort, wo es Podcasts gibt.
Das Thema der aktuellen Folge Nr. 51: „DIY Wine Tasting: Wie bereite ich eine Weinprobe zuhause vor?“
Lou liefert die Anleitung, wie man als Gastgeber:in so richtig punkten kann – inklusive Checkliste zur Vorbereitung, einer Idee für den inhaltlichen roten Faden sowie Vorschlägen für die Weinauswahl. Alle verkosteten Weine sind bei EDEKA erhältlich. So liefert „Cheers! Der Weinpodcast mit Lou“ die passende Audio-Begleitung mit ganz viel Weinwissen für das Wine Tasting at Home.
Step 1: Das Thema
Insbesondere für Weinanfänger:innen kann es hilfreich sein, der Weinprobe einen roten Faden zu geben. Ein beliebtes Thema ist zum Beispiel, Weine der gleichen Rebsorte, aber aus unterschiedlichen Ländern, gegeneinander antreten zu lassen (z.B. Sauvignon Blanc aus Frankreich vs. Sauvignon Blanc aus Neuseeland oder Syrah aus Frankreich vs. Shiraz aus Australien).
Step 2: Die Hardware
Damit alle Teilnehmer:innen die gleichen Voraussetzungen haben, ist es wichtig, dass einheitliche Gläser verwendet werden. Denn das Weinglas macht sehr wohl einen Unterschied: Mit der Form des Glases verändert sich die Oberflächenspannweite und damit auch die Sauerstoffzufuhr. Durch Sauerstoffzufuhr schließen sich im besten Fall die Aromen auf und der Wein „öffnet“ sich. Pro Kopf sollten zwei Weingläser und ein Wasserglas eingedeckt werden, außerdem benötigt werden ein Kellnermesser, gegebenenfalls eine Karaffe und ein Ausgießer für die Weinreste, ein Blatt Papier und ein Stift.
Step 3: Die Vorbereitung
Es geht nicht darum, alles zu wissen – schließlich soll der Wein ja gemeinsam erlebt werden. Aber ein paar Basisinformationen zu Weingut, Herkunft und Rebsorte parat zu haben, kann für das bessere Verständnis oft sehr hilfreich sein. Auch die Reihenfolge der Weine spielt eine wichtige Rolle: Weißweine vor Rotweinen, leichte vor schweren Weinen. Sehr aromatische Weine (wie z.B. Gewürztraminer oder Sauvignon Blanc), genauso wie Süßweine, sollten bei einer Weinprobe immer zum Schluss serviert werden. Schaumweine können vorab, aber genauso gut am Ende eingebaut werden.
Und dann heißt es: Ran an die Weingläser und los geht’s mit der Verkostung. Cheers!
Die Weinauswahl
Flight 1: Grauburgunder vs. Pinot Grigio
In Deutschland heißt er Grauburgunder, Ruländer oder grauer Mönch, in Italien Pinot Grigio und in Frankreich Pinot Gris – eine Rebsorte, viele Synonyme. Je nach Herkunft sowie An- und Ausbau der Rebsorte variiert die Aromatik von Zitronenzeste und weißem Pfirsich über Melone bis zu Mandel. Typisch für den Grauburgunder ist eine unaufdringliche Säurestruktur. Dabei ist Pinot Grigio aus Italien oft spritziger als ein Grauburgunder aus Deutschland oder ein Pinot Gris aus Frankreich, die für gewöhnlich etwas breitschultriger und barocker ausfallen.
Robert Weil Junior Grauburgunder unique
Anbaugebiet: Deutschland, Rheinhessen
Rebsorte: Grauburgunder
Typ: trockener Weißwein
Aromen: Pfirsich, Zitronenzeste, Melone und Mandeln
Trinkempfehlung: universaler Essensbegleiter, besonders harmonisch zu Pasta, Wildgeflügel und Lamm
750 ml
Rheinberg Kellerei Bio Pinot Grigio
Anbaugebiet: Italien
Rebsorte: Grauburgunder
Typ: trockener Weißwein
Aromen: Zitronenzeste, Maracuja und Pfirsich
Bio zertifiziert
vegan
750 ml
Flight 2: Sauvignon Blanc vs. Scheurebe
Sauvignon Blanc und Scheurebe – die deutsche Antwort auf Sauvignon Blanc – sind Bukett- oder auch Aromarebsorten, die sich durch ein besonders markantes Aroma auszeichnen. Sauvignon Blanc ist eine international weit verbreitete Rebsorte. Sehr bekannte Herkunftsländer sind z.B. Frankreich (Loire, Sancerre), Österreich (Südsteiermark), aber auch Neuseeland. Bei dieser Rebsorte dominieren zwei Aromastoffe: Thiole, die für den Geruch nach Johannisbeere, Stachelbeere und Passionsfrucht verantwortlich sind, und Methoxypyrazin, das an den typisch grünen, herben Geruch nach Brennnessel, Spargel, frisch gemähtem Gras oder auch an grüne Paprika erinnert. Sowohl Scheurebe als auch Sauvignon Blanc können in der Säurestruktur sehr markant sein.
Sauvignon Blanc Neuseeland Marlborough
Anbaugebiet: Neuseeland, Marlborough
Rebsorte: Sauvignon Blanc
Typ: trockener Weißwein
Charakteristik: intensive Aromen, lebendige Säure
Aromen: Stachelbeere, grasige Noten wie grüne Paprika und Brennnessel bis hin zu Melone und Passionsfrucht
750 ml
Rheinberg Kellerei Scheurebe
Anbaugebiet: Deutschland, Rheinhessen
Rebsorte: Scheurebe
Typ: lieblicher Weißwein
Aromen: fruchtige Noten nach Honigmelone, Banane und Passionsfrucht
Trinkempfehlung: harmonisch zu fruchtigen Desserts und feinen Kuchen
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Flight 3: Syrah vs. Shiraz
Die rote Rebsorte Syrah hat ihren Ursprung in Frankreich, an der nördlichen Rhône. Bis zu den 70er Jahren wurde die Rebsorte ausschließlich dort angebaut, mittlerweile ist sie weltweit zu finden – insbesondere in Übersee (z.B. in Australien oder Südafrika), wo sie vornehmlich Shiraz genannt wird. Syrah und Shiraz bezeichnen dieselbe Rebsorte, unterscheiden sich aber im Stil. Syrah bezeichnet den „Alte-Welt-Stil“ (säurebetont und strukturiert), Shiraz den „Neue-Welt-Stil“ (voluminös und fruchtig).
Les Aromes de France Syrah
Anbaugebiet: Frankreich, Languedoc
Rebsorte: Syrah
Typ: trockener Rotwein
Charakteristik: stark aromatisch, rund, weich und fruchtbetont
Aromen: würzig nach Vanille, dezente Fruchtaromen nach Holunderbeeren
Trinkempfehlung: zu Fleisch und Wildgerichten sowie zur mediterranen Küche
750 ml
Overseas Shiraz Australien
Anbaugebiet: Australien
Rebsorte: Shiraz
Typ: trockener Rotwein
Charakteristik: würzig, aromatisch, fruchtig; voluminös und mit eleganter Säure
Aromen: Cassis, Kirsche, Tabak und Vollmilch-Schokolade
Trinkempfehlung: zu Fleischgerichten, Pasta oder Käse
750 ml