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Verantwortung
Projekt Banane

Projekt Banane

Seit 2014 setzen EDEKA und der WWF mit einem Projekt im Bananenanbau ein weiteres Zeichen für mehr Nachhaltigkeit – und dies bewusst im konventionellen Anbau. Die Produktionsbedingungen für die unter der Eigenmarke EDEKA vermarkteten Bananen werden seitdem Schritt für Schritt umwelt- und sozialverträglicher gestaltet.

Es ist Zeit für eine bessere Banane

Im Fokus des Projektes stehen der Schutz und die Förderung der Biodiversität, der verantwortungsvollere und möglichst reduzierte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie der Schutz des Bodens. Hinzu kommen die Überwachung und Verminderung des Wasserverbrauchs und die verbesserte Behandlung von Abfällen. Die Senkung von Treibhausgasemissionen und die Anpassung der Farmen an den Klimawandel sind ein weiteres Thema. Schutz und Stärkung der Rechte der Mitarbeiter sowie Optimierung von Sicherheits- und Gesundheitsschutz stehen ebenfalls auf dem Programm.

  • Das auf mehrere Jahre angelegte Projekt wird aktuell auf rund 24 Farmen in Kolumbien und Ecuador durchgeführt.
  • Rund 90 Anforderungen und 150 daraus abgeleitete Maßnahmen gibt es in den Themenfeldern: Ökosysteme / Biodiversität, Wassermanagement, Bodenmanagement, Integrierter Pflanzenschutz, Klimaschutz, Abfallmanagement und Soziales.
  • Lokale WWF-Mitarbeiter sowie unabhängige Prüfer kontrollieren regelmäßig die Fortschritte.

Projektfortschritte: Monitoring 2015

Ein großer Erfolg war zu verzeichnen: In Kolumbien ist aufgrund des Projektes ein Prozess für eine gerechtere, umweltverträglichere und wirtschaftlich vorteilhaftere Wassernutzung im Wassereinzugsgebiet der Projektfarmen in Gang gekommen. Dieser Prozess zum besseren Schutz und Management von Wassereinzugsgebieten (Water Stewardship) reicht über die einzelnen Farmen hinaus. Er bindet auch andere Unternehmen, Behörden und Gemeinden ein.

Große Fortschritte wurden sowohl in Kolumbien als auch in Ecuador bei der Implementierung der Maßnahmen im sozialen Bereich gemacht, z.B. zur Gleichstellung von Männern und Frauen und der Gesundheitsvorsorge. Ansonsten konnten die Farmen in Kolumbien und Ecuador den Umsetzungsrückstand bei den Kriterien aus dem ersten Monitoring aufholen. Es wurde verstärkt u.a. an folgenden Themen gearbeitet:

  • Ökosysteme: Für jede Farm wurde ein Plan zum Schutz von Ökosystemen erarbeitet. Dazu führte WWF mit weiteren Fachleuten vor Ort entsprechende Analysen durch – so wurden z.B. Fotofallen aufgestellt, um den Tierbestand zu erfassen.
  • Pflanzenschutzmittel: Es wurden Inventarlisten zu den eingesetzten Pflanzenschutzmitteln und Managementpläne für deren Ersatz oder Reduktion erstellt.
  • Abfall: Der sachgemäße und sichere Umgang mit Abfällen (inkl. Lagerung und Transport) wurde vorangetrieben. So haben einige kolumbianische Farmen investiert, um sachgemäße temporäre Abfallstätten auf den Farmen einzurichten, da es in der Nähe keine staatlich lizenzierten Entsorgungsunternehmen gibt, die sie nutzen könnten.
  • Pufferzonen: Sowohl in Ecuador als auch in Kolumbien gibt es zu Pufferzonen zwischen Anbau und angrenzenden Flächen gesetzliche Vorgaben, aber kaum Kontrollen. Keine der beteiligten Farmen erfüllte bis dahin die gesetzlichen Auflagen vollständig. Mittlerweile halten die Farmen einen Abstand von 15 Metern in Kolumbien und zehn Metern in Ecuador ein.

Ein Beleg für die Ernsthaftigkeit bei der Projektumsetzung: Einige der Farmen sind ausgeschieden, teils freiwillig, teils wurden sie ausgeschlossen. Gründe hierfür sind zum Beispiel, wenn eine Farm dauerhaft zu geringe Fortschritte macht und das Management nicht genügend dahintersteht.

Monitoring 2014

Die erste Bestandsaufnahme nach Projektauftakt zeigte, dass die Farmen die schrittweise Umsetzung der Anforderungen mit großem Einsatz angingen – trotz einer extremen Dürreperiode in Kolumbien in diesem Jahr.

  • Die teilnehmenden Farmen erreichten in beiden Ländern gute Ergebnisse beim Wassermanagement mit einem Umsetzungsstatus von ca. 75 Prozent der Anforderungen; im Bereich Soziales wurden durchschnittlich ca. 70 Prozent der Anforderungen erfüllt.

  • Aufholen mussten die Farmen in der Regel noch beim Klimaschutz, beim Abfallmanagement oder bei der Bestandsaufnahme der lokalen Ökosysteme und der Umsetzung von Schutzmaßnahmen – wie etwa einer ausreichenden Pufferzone zwischen Anbaufläche und Ökosystem.
Die Farmbegehungen im Rahmen des ersten Monitorings machten deutlich, dass die Vermittlung von Hintergrundwissen ein wichtiger Aspekt ist, um bei der Erfüllung der Kriterien besser und schneller voranzukommen. Daher erhielten die Farmer zusätzliche Schulungen mit theoretischen und praktischen Hilfestellungen vor Ort.

EDEKA Bananen

FAQ zum Projekt Banane

Am Projekt nehmen aktuell 30 Vertragsfarmen in Kolumbien und Ecuador teil, die die Bananen für die Eigenmarke „EDEKA“ liefern. Die Farmen mussten bereits zum Start des Projektes Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Farmen durften in den zehn Jahren vor Projektbeginn, also seit 2004, keine Naturflächen in Anbaufläche umgewandelt haben (kein „Landnutzungswandel“).
  • Es durften außerdem auf der Anbaufläche keine Pflanzenschutzmittel der Gefährdungsklasse WHO 1 a+b mehr zum Einsatz kommen.

Es gibt sechs Schwerpunktthemen:

  • Ökosysteme / Biodiversität: Z.B. werden zum Schutz von Ökosystemen Pufferzonen von zehn bzw. 15 Metern zwischen Anbaufläche und Ökosystem eingerichtet.
  • Wassermanagement: Z.B. muss jede Farm ihre Nutzungsrechte belegen (Konzession) und sicherstellen, dass sie nicht mehr Wasser nutzt, als ihr rechtlich zusteht.
  • Integrierter Pflanzenbau und Bodenmanagement: Z.B. müssen Flugzeuge, mit denen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, einen Mindestabstand zu Ökosystemen, zum Beispiel den Pufferzonen und Gewässern, halten.
  • Klimaschutz: Z.B. werden Transporte effizienter gestaltet oder Düngemittel genauer dosiert, um Überdüngung zu vermeiden.
  • Abfallmanagement: Z.B. werden Materialien soweit möglich wiederverwendet, etwa die Polsterung, die zwischen die Bananenhände geschoben wird, damit sie sich nicht gegenseitig beschädigen.
  • Soziales: Z.B. werden Duschen und Waschmaschinen zur Verfügung gestellt, damit Mitarbeiter, die mit Pflanzenschutzmitteln arbeiten, sich und ihre Kleidung ausreichend von Rückständen reinigen können.

Der WWF-Panda ist kein Siegel. Auf den EDEKA-Bananen zeigt der WWF-Panda an: Diese konventionell angebauten Bananen werden im Rahmen eines Projektes Schritt für Schritt umwelt- und sozialverträglicher erzeugt. Die Themen des Projektes sind Ökosysteme / Biodiversität, Wassermanagement, Integrierter Pflanzenbau und Bodenmanagement, Klimaschutz und Abfallmanagement. Der Zusatz „EDEKA & WWF: Gemeinsames Projekt für eine bessere Banane“ macht deutlich, dass sich der Anbau der Banane im Verbesserungsprozess befindet. Über den Zahlencode auf dem Aufkleber kann man jede Banane bis zu ihrem Anbauort zurückverfolgen.

Bio-Bananen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind aus ökologischer Sicht die erste Wahl für den Einkaufskorb. Aber der Anteil konventionell produzierter Ware ist weiter hoch und liegt in Deutschland bei fast 90 Prozent. Nur darauf hinzuarbeiten, dass immer mehr Verbraucher auf Bio umsteigen, löst die bestehenden Probleme im konventionellen Bananenanbau nicht. Vielmehr müssen auch die Bedingungen im konventionellen Anbau zügig sozial- und umweltverträglicher gestaltet werden.