Menü
Nord
Landwirtsch. f. Artenvielfalt

Landwirtschaft für Artenvielfalt

Eine der großen Herausforderungen der modernen Landwirtschaft ist der Erhalt der Artenvielfalt. Tier- und Pflanzenarten sind durch den Verlust von naturnahen Flächen zunehmend gefährdet. Der WWF Deutschland, der ökologischen Anbauverband Biopark und EDEKA setzen sich gemeinsam für einen ökologischen Landbau, den Naturschutz und einen Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenarten ein. EDEKA unterstützt daher das Modellprojekt "Landwirtschaft für Artenvielfalt", um auch auf diesem Weg einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt zu leisten.

Partner für Artenvielfalt

Die Entwicklung und Umsetzung eines neuen Naturschutzstandards zielt darauf ab, die Kriterien ökologischen Anbaus zu ergänzen und aufzuwerten. Die jeweiligen Naturschutzleistungen der teilnehmenden Betriebe sollen für die Öffentlichkeit klar erkennbar sowie nachvollziehbar sein. Die von den Betrieben hergestellten Bio-Produkte werden entsprechend zertifiziert und gekennzeichnet. Grundlage für die Zertifizierung bildet ein Katalog mit über 80 Naturschutzmaßnahmen und -leistungen für Acker-, Grünland und Landschaftsstrukturen sowie ein Bewertungssystem, die beide mit Experten aus den Bereichen Naturschutz und Landwirtschaft entwickelt wurde.

Zahlreiche ökologische Betriebe unserer Region sind bereits Teil des Projektes.

LfA Logo

Beispiele für Maßnahmen zur Artenvielfalt

Der Maßnahmenkatalog ermöglicht es, eine für den Naturschutz und für Ihren Betrieb optimale Maßnahmenkombination auszuwählen; abgestimmt auf den jeweiligen Standort, die spezifischen Betriebsabläufe sowie das Vorhandensein bestimmter Zielarten. Unterstützt werden die Landwirte von Naturschutzberatern, die in das Projekt mit eingebundenen sind.

Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland besteht aus Acker. Damit kommt dem Ackerland als Flächenlebensraum eine überragende Rolle zu. Maßnahmen zur Artenvielfalt können hier zum Beispiel sein:

  • Schaffung von Rückzugsräume (Anlage von Streifen und Bundbrachen)
  • Einhalten von Ruhephasen zur Brutzeit
  • Schaffung von lockeren Beständen
  • Veränderte Bodenbearbeitung
  • Ansaat von gefährdeten Ackerwildkräutern

Naturnahe Wiesen und Weiden gelten in Europa als die artenreichsten Lebensräume. Brachvögel, Kiebitz, Schreiadler, Kranich, Wiesenweihe, Neuntöter oder Heidelerche - sie und viele andere Tiere haben sich an diesen Lebensraum angepasst. Die Maßnahmen im Grünland zielen auf die beiden Schlüsselfaktoren für die Artenvielfalt ab: Nährstoffstatus und Nutzungsintensität. Dazu gehören zeitversetzte Nutzungen (Nutzungsmosaik), das Stehenlassen von Streifen oder Teilflächen, eine veränderte Schnitthöhe, spätere Nutzungen oder mehrwöchige Nutzungsruhen.

Viele Insekten auf Ackerschlägen sind unter anderem bei ihrer Fortpflanzung oder Überwinterung auf nicht beackerte Säume und Brachflächen angewiesen. Feldvögel wie Grauammer, Ortolan oder Braunkehlchen nutzen Gehölze als Sing- und Jagdwarten sowie als Nesthabitate. Diese und andere Landschaftselemente, wie Hecken, Baumreihen oder Gebüsche, aber auch Kleingewässer und Lesesteinhaufen spielen eine entscheidende Rolle für die Artenvielfalt. Dabei ist die Vielfalt der Strukturen ebenso wichtig wie der Erhaltungszustand der Landschaftselemente.