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Landwirtsch. f. Artenvielfalt

Landwirtschaft für Artenvielfalt

Eine der großen Herausforderungen der modernen Landwirtschaft ist der Erhalt der Artenvielfalt. Tier- und Pflanzenarten sind durch den Verlust von naturnahen Flächen zunehmend gefährdet. Der WWF Deutschland, der ökologischen Anbauverband Biopark und EDEKA setzen sich gemeinsam für einen ökologischen Landbau, den Naturschutz und einen Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenarten ein. EDEKA unterstützt daher das Modellprojekt "Landwirtschaft für Artenvielfalt", um auch auf diesem Weg einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt zu leisten.

Partner für Artenvielfalt

EDEKA und WWF sind Partner für Nachhaltigkeit und haben ein gemeinsames Ziel: Umwelt und natürliche Lebensgrundlagen sollen auch für zukünftige Generationen bewahrt bleiben.

Dazu erweitert EDEKA unter anderem das Angebot an nachhaltigeren Produkten. Auch die Auswahl an ökologisch erzeugten Produkten mit Verbandszertifikat soll weiter ausgebaut und die Standards weiterentwickelt werden - zum Beispiel gezielte Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt.

EDEKA unterstützt daher das gemeinsame Naturschutzprojekt "Landwirtschaft für Artenvielfalt" vom WWF in Zusammenarbeit mit dem ökologischen Anbauverband BIOPARK, um auch auf diesem Weg einen Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt zu leisten. Die wissenschaftliche Begleitung und Umsetzung liegt beim Zentrum für Agrarlandwirtschaftsforschung (ZALF e.V.)

Ziel des Naturschutzmoduls "Landwirtschaft für Artenvielfalt" ist es, die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen zu erhöhen und so den Rückgang der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entgegenzuwirken.

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Das Projekt

Ungefähr die Hälfte der Fläche in Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt. Das prägt den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Aufgrund der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung gelten jedoch mittlerweile auch viele typische Bewohner der Agrarlandschaft als gefährdet, wie das Braunkehlchen pder der Wiesenpieper.

Der ökologische Landbau steht unter anderem für vielfältige Fruchtfolgen, den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide, eine angepasste Düngung ohne chemisch-synthetische Stickstoffdünger und für eine flächengebundene Tierhaltung. Damit trägt dieser maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

In dem Projekt "Landwirtschaft für Artenvielfalt" erbringen BIOPARK-Landwirte zusätzliche Naturschutzleistungen, die über die gängige Bewirtschaftung hinausgehen und gezielt die Artenvielfalt fördern.

Als Grundlage für das Naturschutzmodul wurde ein Leistungskatalog mit über 100 Auswahlmöglichkeiten für Acker-, Grünland- und Lanschaftselemente entworfen.

Entsprechend dieses Kataloges werden Naturschutzleistungen in den teilnehmenden BIOPARK-Betrieben in den Bereichen Ackerland, Grünland und Landschaftsstrukturen umgesetzt. Jeder Betrieb erhält eine naturschutzfachliche Beratung, um die wildlebenden Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume zu schützen.

Die Naturschutzleistungen werden anhand eines Punktesystems an jedem BIOPARk-Standort bewertet, um die Effektivität der Leistungen für wildlebende Tier- und Pflanzenarten innerhalb deren Lebensraum ermitteln zu können.

Die am Naturschutzmodul teilnehmenden Betriebe werden jährlich durch unabhängige Kontrollstellen überprüft und von BIOPARK zertifiziert.

Beispiele für Maßnahmen zur Artenvielfalt

Der Maßnahmenkatalog ermöglicht es, eine für den Naturschutz und für Ihren Betrieb optimale Maßnahmenkombination auszuwählen; abgestimmt auf den jeweiligen Standort, die spezifischen Betriebsabläufe sowie das Vorhandensein bestimmter Zielarten. Unterstützt werden die Landwirte von Naturschutzberatern, die in das Projekt mit eingebundenen sind.

Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland besteht aus Acker. Damit kommt dem Ackerland als Flächenlebensraum eine überragende Rolle zu. Maßnahmen zur Artenvielfalt können hier zum Beispiel sein:

  • Schaffung von Rückzugsräume (Anlage von Streifen und Bundbrachen)
  • Einhalten von Ruhephasen zur Brutzeit
  • Schaffung von lockeren Beständen
  • Veränderte Bodenbearbeitung
  • Ansaat von gefährdeten Ackerwildkräutern

Naturnahe Wiesen und Weiden gelten in Europa als die artenreichsten Lebensräume. Brachvögel, Kiebitz, Schreiadler, Kranich, Wiesenweihe, Neuntöter oder Heidelerche - sie und viele andere Tiere haben sich an diesen Lebensraum angepasst. Die Maßnahmen im Grünland zielen auf die beiden Schlüsselfaktoren für die Artenvielfalt ab: Nährstoffstatus und Nutzungsintensität. Dazu gehören zeitversetzte Nutzungen (Nutzungsmosaik), das Stehenlassen von Streifen oder Teilflächen, eine veränderte Schnitthöhe, spätere Nutzungen oder mehrwöchige Nutzungsruhen.

Viele Insekten auf Ackerschlägen sind unter anderem bei ihrer Fortpflanzung oder Überwinterung auf nicht beackerte Säume und Brachflächen angewiesen. Feldvögel wie Grauammer, Ortolan oder Braunkehlchen nutzen Gehölze als Sing- und Jagdwarten sowie als Nesthabitate. Diese und andere Landschaftselemente, wie Hecken, Baumreihen oder Gebüsche, aber auch Kleingewässer und Lesesteinhaufen spielen eine entscheidende Rolle für die Artenvielfalt. Dabei ist die Vielfalt der Strukturen ebenso wichtig wie der Erhaltungszustand der Landschaftselemente.