Bewusst ernähren – für Genuss und Nachhaltigkeit

Die bei EDEKA angebotenen und von den Kundinnen und Kunden konsumierten Lebensmittel beeinflussen nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Umweltbedingungen – hier liegt ein Zusammenhang, der zunehmend auch in den Fokus nachhaltiger Ernährungskonzepte rückt.

Bei EDEKA finden Kundinnen und Kunden Sortimente, die sowohl eine genussvolle und gleichzeitig bewusste Ernährung ermöglichen. Dabei haben tierische wie auch pflanzliche Produkte ihren Platz in einem nachhaltigen Ernährungssystem. Zur Bewertung der Nachhaltigkeitskompatibilität der verkauften Produkte im Kontext einer ausgewogenen Ernährungsweise, wird im Lebensmittelhandel zunehmend ein sogenannter Protein Split errechnet. Dabei ist insbesondere die Methodik des WWF am Markt etabliert. Ein Protein Split soll aufzeigen, inwiefern die Sortimente auf tierische und pflanzliche Quellen zurückzuführen sind. Auch EDEKA beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema, um Versorgung, Genuss und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.

Als Vollsortimenter führen wir eine große Auswahl an verschiedene Eigenmarken- und Markenprodukten sowie regionalen Erzeugnissen. Durch das regionale Engagement unserer Einzelhändler und unsere genossenschaftliche Struktur gleicht dabei kein Markt dem anderen. Unsere Stärke der Sortimentsvielfalt führt bei der Berechnung eines Protein Split jedoch zu Herausforderungen. So müssen sehr viele Produkte analysiert werden. Zudem liegen uns für Markenartikel nicht alle nötigen Produktinformationen auf Zutatenebene vor. Daher ist die Berechnung eines Gesamtsortimentssplits über alle Lebensmittelkategorien auf Zutatenebene derzeit leider noch nicht möglich. Der EDEKA-Split fokussiert sich aus diesen Gründen zunächst gemäß WWF-Methodik auf die sogenannten Food Groups 1 und 2 sowie auf zusammengesetzte Produkte.

Innerhalb der Methodik werden einzelne, besonders proteinhaltige Lebensmittel und Molkereiprodukte in die Food Groups 1 und 2 einsortiert. Als besonders proteinhaltige Lebensmittel werden neben Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Käse auch Nüsse, Hülsenfrüchte und pflanzliche Alternativprodukte eingestuft. Perspektivisch sollten jedoch im Sinne einer ausgewogenen und bewussten Ernährung alle Lebensmittelkategorien der WWF-Methodik, also auch Fette, Getreide sowie Obst & Gemüse betrachtet werden. Artikel, die aus mehreren Zutaten bestehen, sollen zukünftig in ihre Komponenten aufgeschlüsselt und anteilig in die Food Groups eingeteilt werden.

Protein Split in Anlehnung an die WWF-Methodik

  • Food Group 1: 81 % der besonders proteinhaltigen Artikel (ohne Milchprodukte und deren pflanzliche Alternativen) enthalten tierische Bestandteile, während 19 % pflanzlichen Ursprungs sind (Abb. links).

  • Food Group 2: Molkereiprodukte bestehen zu 94 % aus tierischen Zutaten, pflanzliche Alternativen machen lediglich 6 % aus (Abb. Mitte).

  • Bei zusammengesetzten Produkten liegt der Anteil von Produkten, die tierische Zutaten enthalten, bei 92 %. Produkte, die ausschließlich aus rein pflanzlichen Komponenten bestehen, kommen auf 8 % (Abb. rechts).


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Proteinsplit in Anlehnung an die WWF-Methode für (links) besonders proteinreiche Produkte; (Mitte) Molkereiprodukte und deren pflanzlichen Alternativen (Abweichend von der WWF-Methode wurde nicht mit Milchäquivalenten gerechnet); (rechts) zusammengesetzte Produkte. Übergangsweise, bis eine Berechnung auf Zutatenebene möglich ist, werden zusammengesetzte Produkte auf Produktebene, d.h. mit dem Gesamtgewicht einer der vier Kategorien (fleischbasiert, fischbasiert, vegetarisch oder vegan) zugeordnet. Die Kategorien fleischbasiert, fischbasiert, vegetarisch ergeben zusammen den tierischen Anteil, während für den pflanzliche Anteil die veganen Produkte zählen. Die Berechnungsgrundlage liefern Food-Artikel, die im Jahr 2024 bei EDEKA oder Netto verkauft und über die EDEKA Zentrale verrechnet wurden.

Bewertung der Protein-Split-Methodik 

Obwohl diese Berechnungsmethode umgangssprachlich Protein Split genannt wird, misst der WWF-Split nicht den tatsächlichen Proteingehalt der Produkte. Vielmehr setzt sie das Gewicht der verkauften Produkte zueinander ins Verhältnis. Darüber hinaus enthalten andere pflanzliche Produkte wie Brot, Obst & Gemüse, Kartoffeln oder Reis ebenfalls Proteine. Diese werden allerdings in den Food Groups 1 und 2 nicht als pflanzliche Proteinquellen berücksichtigt. Diese Vorgehensweise bietet jedoch auch Vorteile. So bilden wissenschaftsbasierte Ernährungsempfehlungen wie die der deutschen Gesellschaft für Ernährung oder der Planetary Health Diet häufig ähnliche Produktgruppen oder sprechen Verzehrempfehlungen in Gramm aus.

Eine weitere Schwäche der WWF-Methode besteht in der Eingruppierung der Artikel, da sie an einigen Stellen unklare oder widersprüchliche Vorgaben enthält – etwa dazu, ob ein Artikel als „Einzelprodukt“ oder als „zusammengesetztes Produkt“ gilt und welcher Food Group er zugeordnet werden soll. Dadurch kann es zu unterschiedlichen Bewertungen kommen: Ein Produkt wie Milchreis könnte von manchen als Milchprodukt (Food Group 2) eingeordnet werden; andere würden es möglicherweise als zusammengesetztes Lebensmittel einstufen, wieder andere könnten es als zuckerhaltiges Produkt verstehen, wodurch es aus der Betrachtungsweise des Splits ganz herausrausfiele. Da eindeutige Vorgaben hierfür fehlen, ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den verschiedenen Marktakteuren erheblich eingeschränkt.

Abb. 2: Sortimentssplit in Anlehnung an die ProVeg-Methode. Die Berechnungsgrundlage liefern die Artikel, die im Jahr 2024 bei EDEKA oder Netto verkauft und über die EDEKA Zentrale verrechnet wurden. Dabei wird der Proteingehalt der vertriebenen Lebensmittel zwischen tierisch und pflanzlich aufgeteilt. Bei Produkten, die sowohl tierische, als auch pflanzliche Zutaten beinhalten, wird der enthaltene Proteingehalt hälftig zu tierisch und pflanzlich aufgeteilt. Produkte, die weniger als 10% tierische Zutaten enthalten, werden zu 10% als tierische Proteinquelle eingestuft, zu 90% als pflanzliche Proteinquelle.

Der Einsatz sogenannter Milchäquivalente ist eine weitere Herausforderung der WWF‑Methodik innerhalb der Food Group 2. Damit soll abgebildet werden, wie viel Vollmilch zur Herstellung eines Milchprodukts benötigt wurde. Für alle Käsesorten wird dabei pauschal ein Faktor von zehn angesetzt. Diese pauschale Umrechnung bildet die Realität jedoch nicht ab und kann zu verzerrten Ergebnissen führen. Ein Beispiel: Wer eine Scheibe Gouda durch eine pflanzliche Alternative ersetzt, müsste theoretisch zehn Scheiben davon verwenden, um den gleichen Wert im Split zu erreichen. Zudem sieht die aktuelle WWF‑Methodik Milchäquivalente nur für Käse, nicht aber für andere Molkereiprodukte vor. EDEKA hat sich daher dazu entschlossen, zunächst keine Milchäquivalente in die Berechnung einzubeziehen.

Wir setzen uns insgesamt aktiv für eine branchenweite Lösung ein, die die methodischen Herausforderungen adressiert und eine transparente, einheitliche, wissenschaftsbasierte und aussagekräftige Darstellung ermöglicht.

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