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Verantwortung

Projekt Zitrus

EDEKA und der WWF setzen auch bei Orangen, Mandarinen und Clementinen ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes ist es das Ziel, den konventionellen Anbau der Zitrusfrüchte schrittweise nachhaltiger zu gestalten.

Gemeinsam für bessere Zitrusfrüchte

Große landwirtschaftlich genutzte Flächen, Monokulturen und Pflanzenschutzmittel belasten die Ökosysteme und lokalen Wasserressourcen. Gestartet wurde das Projekt mit Unterstützung von EDEKA und WWF 2015 auf einer Pilot-Finca in Andalusien. Denn die Region ist nicht nur ein Zentrum des Zitrusfrüchte-Anbaus, sondern besitzt artenreiche Ökosysteme, ist wichtiges Durchzugsgebiet für Zugvögel und eines der letzten Rückzugsgebiete von bedrohten europäischen Tierarten wie dem Iberischen Luchs oder dem Spanischen Kaiseradler. 2025 nahmen 24 Fincas in Andalusien, Katalonien und Valencia mit einer Anbaufläche für Orangen, Mandarinen und Clementinen von insgesamt knapp 1.400 Hektar an dem Projekt teil.

Neben EDEKA und WWF sowie den Lieferanten arbeitet auch ein Team aus unabhängigen Expert:innen, das zu den einzelnen Projektthemen berät, mit an dem Projekt.

Konkrete Maßnahmen für den Anbau von Orangen, Mandarinen und Clementinen

Bei diesem Projekt stehen vier Themenfelder im Fokus: nachhaltigere Wassernutzung auf den Farmen und im Flussgebiet, Erhalt und Förderung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme sowie reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und verantwortungsvollere Düngung.

Verantwortung mit Wasser

1. Nachhaltigere Wassernutzung auf den Farmen und im Flussgebiet

  • Durch kontinuierliche Beratung und den Einsatz von Technologien wie Boden-Feuchtigkeitssonden arbeiten die Fincas an einer effizienteren Bewässerung. Die Sonden ermöglichen es, die Bewässerung der Zitrusbäume Niederschlägen, Außentemperatur sowie Bodenbeschaffenheit anzupassen und möglichst passgenau auf die Bedürfnisse der Bäume auszurichten. Das gemeinsame Ziel ist eine möglichst hohe Wassereinsparung, bei gleichzeitiger Gewährleistung einer hohen Qualität und Produktionsmenge.
  • Der Wasserverbrauch wird nicht nur lokal auf der jeweiligen Finca, sondern auch regional für das gesamte Flusseinzugsgebiet betrachtet. Der Water-Stewardship-Ansatz wird umgesetzt. Das heißt, dass auch andere Akteur:innen aus der Region miteinbezogen werden. Seit mehreren Jahren findet zum Beispiel ein reger Austausch mit der Wasserbehörde in Valencia statt. Zudem stellen punktuell Projektfarmen ihre Infrastruktur zur Verfügung, um bei Messungen des Grundwasserspiegels und Wasserqualitäten zu unterstützen.

2. Reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

  • Alle Produzent:innen müssen den im Projekt entwickelten Pestizidplan 1:1 befolgen. Das bedeutet: Besonders gefährliche Stoffe wie Glyphosat sind tabu. Außerdem dürfen chemische Mittel erst dann zum Einsatz kommen, wenn der Schädlingsbefall nicht mehr durch Nützlinge kontrolliert werden kann. Bis dahin wird in wöchentlichen Rundgängen auf allen Farmen das Verhältnis von Nützlings- zu Schädlingspopulationen kontrolliert und überprüft, ob es für ein natürliches Gleichgewicht zur Schädlingskontrolle ausreicht.
  • Die Notwendigkeit, Pflanzenschutzmittel einzusetzen, wird durch verbesserte landwirtschaftliche Praktiken reduziert, wie z.B. die Förderung von Nützlingen und Verbesserung der Bodengesundheit.
  • Statt Insektizide einzusetzen, werden ökologische Methoden wenn möglich bevorzugt, um die biologische Vielfalt sowie den Lebensraum für Nützlinge zu fördern.

Ackerfläche

3. Erhalt und Förderung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen

  • Die Flora und Fauna auf den Fincas werden regelmäßig analysiert. Dabei wird auch die unmittelbare Umgebung der Fincas berücksichtigt.
  • Die biologische Vielfalt auf den Fincas wird erhalten und gefördert. Durch das Verbot des Einsatzes von Herbiziden zwischen den Baumreihen sowie an den Rändern der Plantagen sowie ggf. das gezielte Aussäen funktionaler Pflanzenarten erholen sich die Pflanzendecken und werden gestärkt.
  • Es werden begrünte Randstreifen/Blühstreifen neu angelegt oder miteinander verbunden und mit ausgewählten Pflanzenarten angereichert. So fühlen sich Nützlinge wohl, und auch andere Tiere können sich ungehindert bewegen.
  • Wo möglich, werden auf den Projektfarmen zusätzliche Flächen für Biodiversität geschaffen. So sind beispielsweise bis 2024 über 30 Greifvogel-Küken in den 47 Nistkästen geschlüpft. Auf Farmen mit Wasserrückhaltebecken wurden zudem schwimmende Biodiversitätsinseln errichtet. Mit Wasserpflanzen ausgestattet, bieten sie Wasservögeln Nistplätze und Schildkröten einen sonnigen Ruheplatz.

4. Verantwortungsvollere Düngung und verbesserte Bodenfruchtbarkeit

Zur grundlegenden Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit muss jede Farm den anfallenden organischen Baumschnitt in gehäckselter Form in den Boden einarbeiten, anstatt ihn – wie in der Region teils üblich – zu verbrennen. Da die meisten Projektfarmen in Gebieten liegen, die besonders durch eine mögliche Nitrat-Verschmutzung gefährdet sind, stellt das Projekt zudem Leitlinien zur verantwortungsvollen Düngung auf: Grenzwerte bei der Nutzung von Nitratdünger dürfen nicht überschritten werden, außerdem verpflichten sich Farmen zu einer effizienten Düngung auf Grundlage von Blatt-, Boden-, Wasser- und Wurzelanalysen und einer regelmäßigen Dokumentation der Düngung.

Bereits erzielte Projekt-Erfolge:

  • Der vom Projektteam entwickelte Pestizidplan zeigt Wirkung auf den Farmen: Seit Projektbeginn hat die Anwendung von Pestiziden auf den Projektflächen stark abgenommen. Im Jahr 2024 wurden auf den Projektfarmen 69% weniger* Pestizide eingesetzt als vor Projekteintritt.
    *Menge an aktiven Wirkstoffen bei 22 Farmen, zu denen vollständige Daten vorliegen.
  • Die Pilot-Finca hat als erster landwirtschaftlicher Produzent Europas den Standard der Alliance for Water Stewardship (AWS) umgesetzt, sich nach diesem Standard zertifizieren lassen und dabei sogar Gold-Status erreicht. Mit diesem Schritt über die Finca-Grenzen hat das Projekt auch einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wassernutzung im gesamten Flussgebiet geleistet.
  • Auch größere Tiere sind präsent. Insgesamt wurden 172 Wirbeltierarten (auf den 2024 aktiven Farmen) ermittelt: davon 134 Vogelarten, 17 Reptilienarten,16 Säugetierarten und 5 Amphibienarten. Dazu gehören seltene Tiere wie Dachs, Fischotter, Manguste, Gartenschläfer oder auch die Perleidechse, die als größte Eidechse Europas eine Länge von bis zu 65 Zentimetern erreichen kann.