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Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ – Minister Hauk in Schwäbisch Gmünd

Im Südwesten engagieren sich bereits 43 Bio-Höfe in Deutschlands größter Initiative für Biodiversität in der Agrarlandschaft, dem EDEKA/WWF-Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ (LfA). Sie schaffen bewusst Lebens- und Rückzugsräume für heimische wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Der baden-württembergische Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, informierte sich auf dem Bio-Hof Hummel in Schwäbisch Gmünd-Degenfeld über die Umsetzung der Maßnahmen und das Zusammenwirken der Akteure.

04. August 2021 • Schwäbisch Gmünd-Degenfeld

EDEKA Südwest: Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ – Minister Hauk in Schwäbisch Gmünd
V.l.n.r.: Rainer Hummel (Bio-Hof Hummel), Minister Peter Hauk MdL, Beate Leidig (Naturschutzberatung), Jürgen Mäder (Geschäftsführer EDEKA Südwest). Foto: Sascha Baumann.

„Die Produktion unserer heimischen Lebensmittel ist untrennbar mit einer vielfältigen Natur verbunden. Bäuerinnen und Bauern wie die Familie Hummel leisten mit ihrer Arbeit einen unschätzbaren Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt, aber klar ist, die Biodiversität zu schützen ist nicht nur Aufgabe der Landwirtschaft, sondern es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Nutzung und den Beitrag zur biologischen Vielfalt in Einklang zu bringen und so eine nachhaltige Landbewirtschaftung sicherzustellen, ist das erklärte Ziel der Landesregierung. Das Projekt ‚Landwirtschaft für Artenvielfalt‘ von WWF und EDEKA in Kooperation mit Bio-Anbauverbänden wie Bioland ist ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie eine solch nachhaltige Kooperation zwischen Handel, Landwirtschaft und Naturschutz in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann“, erläuterte Minister Hauk bei seinem Besuch des Bio-Hofs der Familie Hummel am Donnerstag, 5. August 2021.

Schutz brütender Wiesenvögel

Rainer und Martin Hummel arbeiten nach den Richtlinien des Anbauverbands Bioland und halten auf ihrem Hof in Degenfeld je rund 80 Milchkühe und Jungrinder für die Milchproduktion und Rindermast. Auf ihren Wiesen und Äckern finden sich zahlreiche wildlebende Tier- und Pflanzenarten, darunter Insekten, Amphibien und Vögel. „Wir wollen möglichst naturnah wirtschaften und so liegt uns auch die Artenvielfalt am Herzen“, sagte Rainer Hummel beim Termin und ergänzte: „Zum Schutz brütender Wiesenvögel lassen wir beispielsweise manche Flächen wochenlang ungenutzt und walzen nur möglichst kleine Bereiche. Ein weiteres Beispiel für die Maßnahmen sind Nisthilfen, die wir für Insekten anbringen.“

Zusammenarbeit mit EDEKA Südwest

Die Familie Hummel ist einer von zahlreichen Landwirten, die seit vielen Jahren mit EDEKA Südwest Fleisch im Bereich Bio-Rindfleisch zusammenarbeiten. „Das Engagement der Familie Hummel und ihrer Kolleginnen und Kollegen ist beispielhaft“, lobte Jürgen Mäder, Geschäftsführer EDEKA Südwest. „Sie beliefern uns nicht nur mit nachhaltigeren Bio-Erzeugnissen, sondern setzen sich darüber hinaus auch für wildlebende Pflanzen und Tiere ein. Das bedeutet viel zusätzliche Arbeit und verdient Respekt. Wir hoffen, noch viele weitere unserer Partnerbetriebe für das Projekt gewinnen zu können“, so Jürgen Mäder weiter. Durch die Zusammenarbeit mit EDEKA profitieren die Landwirte von garantieren Abnahmemengen und zusätzlich wird der Mehraufwand entsprechend vergütet.

Christoph Zimmer, Bioland-Geschäftsführer, erklärte: „Bioland-Landwirtinnen und Landwirten liegt der Erhalt der Biodiversität schon immer am Herzen. Sie wissen: Nur eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt kann unser Öko-System tragen und dabei Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft sein. Als erster deutscher Anbauverband hat Bioland deshalb eine verpflichtende Richtlinie zur Förderung der Biodiversität eingeführt. Unsere Mitglieder setzen dabei wirksame Maßnahmen ein, um so unsere natürliche Lebensgrundlage zu bewahren. Wir freuen uns, dass mit dem Projekt ‚Landwirtschaft für Artenvielfalt‘ der Wert der Biolandwirtschaft für Verbraucherinnen und Verbraucher sichtbar gemacht wird. Denn: Ökologisch zu wirtschaften, bedeutet auch, aktiv Umweltschutz zu betreiben.“

Land und weitere Partner ermöglichen das Projekt

Lukas Wortmann, Programmleiter von „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ beim WWF Deutschland hob beim Termin die Zusammenarbeit der Projektpartner hervor: „Die biologischen Anbauverbände wie Bioland und ihre Landwirte engagieren sich von je her für eine ökologische Landwirtschaft. Mit diesem Projekt unterstützen sie zusätzlich gezielt viele typische Arten des landwirtschaftlichen Raums, die durch die Intensivierung der Agrarwirtschaft bedroht sind.“

In Nordostdeutschland vom ökologischen Anbauverband Biopark im Jahr 2012 gestartet, wird „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ von EDEKA und WWF gemeinsam umgesetzt, seit 2020 auch im Südwesten. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. Herzstück des Projekts ist ein Katalog von über 100 verschiedenen Naturschutzmaßnahmen, aus denen Bio-Landwirte unter fachlicher Beratung Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt wählen. Rund ein Viertel der Höfe liegen in Baden-Württemberg, wo das Projekt in Form der öffentlichen Beratungsförderung zu Biodiversitätsmaßnahmen im Rahmen der laufenden ELER-Programme unterstützt wird.

Verbund-Außenumsatz 2019: 9,1 Mrd. Euro

Mitarbeiter gesamt: rund 44.000 (inkl. selbst. Einzelhandel)

Auszubildende gesamt: rund 2.850 (inkl. selbst. Einzelhandel)

Absatzgebiet: Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland, Süden von Hessen und Teile Bayerns