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Minden-Hannover

Tina Laue – die Verkosterin von Bauerngut

Tina Laue arbeitet seit vier Jahren in der Qualitätssicherung von Bauerngut in Bückeburg. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen ist sie für die täglichen routinemäßigen Verkostungen der hergestellten Produkte zuständig.

Sie berichtet über ihre Arbeit und wie sie sich in der Männerdomäne durchzusetzen weiß.

Fürs Essen bezahlt werden – das klingt für die meisten wie ein Traum. Für die 26-jährige Tina Laue ist das Realität. Im Arbeitsalltag testet sie sich durch die verschiedensten Fleischprodukte. Denn sie ist Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung von der Bauerngut Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Bückeburg. Mit geschultem Geschmackssinn erkennt sie Nuancen verschiedenster Gewürze und kann zum Beispiel bestimmen, wann zu viel oder zu wenig gesalzen wurde. Aber es gehört noch viel mehr zu ihrem vielfältigen Beruf.

Verkostung ist Routine

Um vier Uhr morgens startet der Arbeitstag von Tina Laue. „Zuerst holen wir uns Proben von Produkten des Vortags, dann wird alles aufgeschnitten und teilweise warm gemacht“, erzählt sie. Um sieben Uhr kommen die Abteilungsleiter aus den Bereichen Produktion und Verpackung sowie die anderen Kolleginnen und Kollegen der Qualitätssicherung dazu. Dann heißt es: Verkosten. So kann es schon früh morgens Brühwurst, Kochwurst und Rohwurst zum Testen geben, die Auswahl reicht bis hin zu vegetarischen Artikeln wie Gemüse-Grillspieße. Dabei gilt es, strenge Vorgaben zu beachten.

Qualität am Geschmack erkennen

„Dadurch, dass wir jeden Tag die Produkte probieren, haben wir einen Standard, den wir verfolgen. Wir wissen, wie ein Artikel schmecken soll und wenn es Abweichungen gibt, wie zum Beispiel, wenn Salz fehlt, merken wir das sofort“, erklärt die 26-Jährige. Wenn das der Fall ist, wird die Ware sofort gesperrt – darf also nicht mehr ausgeliefert werden.

Das weitere Vorgehen hängt von der Beanstandung ab. Ist die Textur nicht in Ordnung oder befindet sich ein Fremdkörper im Produkt, wird es entsorgt. Manchmal kommen aber auch Schönheitsfehler vor, wie zum Beispiel Luftlöcher in der Leberwurst. „Das sieht zwar optisch nicht schön aus, aber es kann keinen Kunden gefährden“, sagt Laue. Das Produkt kann daher weiterhin verkauft werden. Die Qualitätssicherung steht dann aber vor einer neuen Herausforderung: Jetzt muss das Team daran arbeiten, diese Luftlöcher in Zukunft zu vermeiden.

Bei der Verkostung sind die Meinungen aller Anwesenden entscheidend. „Erst wenn sich alle einig sind, dass die Ware in Ordnung ist, geben wir die Ware frei. Erst dann darf alles in den Verkauf gehen“, erläutert die Bauerngut-Mitarbeiterin.

Jeden Tag das gleiche zu verkosten, kann einseitig sein

Seitdem Tina Laue vor vier Jahren bei Bauerngut angefangen hat, ist sie in der Qualitätssicherung tätig. Sie kennt sich perfekt mit der Optik und dem Geschmack der Produkte aus. Allerdings bleibt das nicht ganz ohne Nebeneffekt. „Natürlich kann es ziemlich einseitig sein, jeden Tag das Gleiche zu probieren“, erzählt Laue. „Aber man gewöhnt sich auch daran.“ Fleisch hat Tina Laue immer schon gerne gegessen. „Am liebsten sogar Wurst“, verrät die junge Frau. Privat stehen bei ihr Wurstwaren inzwischen aber nicht mehr täglich auf dem Speiseplan.

Zuhause ist Tina Laue in Obernkirchen. Mit 21 Jahren zog sie von Bad Gandersheim für den Beruf in die Nähe des Produktionsstandortes. „Das ist am Anfang etwas schwierig gewesen, weil ich hier niemanden kannte und das ist auch meine erste eigene Wohnung“, so Tina Laue. Mittlerweile ist das aber ihr Rückzugsort geworden. Der Ort, an dem sie abschalten kann. Hier macht sie Sport und tankt Kraft für den nächsten Tag. An manchen Tagen vermisst sie aber auch ihre eigentliche Heimat. „Die Natur im Harz fehlt mir manchmal.“

Bauerngut bietet Nachwuchskräften gute Chancen

Tina Laue ist gelernte Fachkraft für Lebensmitteltechnik. „Nach der Ausbildung habe ich eine neue berufliche Herausforderung gesucht, bin dann auf die Stellenausschreibung bei Bauerngut aufmerksam geworden und habe mich direkt beworben“, erzählt die junge Frau. Sie wurde sofort angenommen. Eine große Chance für die damals 21-Jährige. „Es ist toll, dass Bauerngut auch jungen Leuten dieses Vertrauen schenkt. Die Arbeit hier macht mir großen Spaß.“

Zu ihren Aufgaben gehört neben der Qualitätskontrolle auch noch das Einsammeln von Laborproben. Manche der Produkte werden tagtäglich ins Labor geschickt. „Zum Beispiel die Zwiebelmettwurst, Braunschweiger Mettwurst und Teewurst schicken wir jeden Tag zur Freigabe-Untersuchung ins Labor. Dort wird dann geprüft, ob Salmonellen im Produkt enthalten sind. Vor der Freigabe von dort kommt die Ware nicht in den Verkauf“, erläutert die Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Weitere Aufgaben sind Reinigungskontrollen, interne Audits, Prüfmittelüberwachung und Kontroll-Rundgänge durch die Produktion.

Die einzige Frau unter Männern

Als Voraussetzung für die Arbeit in der Qualitätskontrolle sieht Tina Laue besonders die Eigenschaft der Gewissenhaftigkeit. „Und du brauchst Durchsetzungsvermögen“, fügt sie noch hinzu. In ihrer Abteilung ist sie die einzige Frau. Keine Seltenheit in der Fleischindustrie. Aber sie weiß sich zu behaupten. „Man sollte selbstbewusst auftreten. Ich kann aber sagen, dass der Umgang mit den Kollegen stets auf Augenhöhe abläuft“, betont die Fachkraft für Lebensmitteltechnik.

„Es ist toll, dass Bauerngut auch jungen Leuten dieses Vertrauen schenkt. Die Arbeit hier macht mir großen Spaß", berichtet Tina Laue.